Tier des Tages

Die Zwergfledermaus – Pflege und Lebensweise

Gemeinsam mit dem „Centre de soins pour la faune sauvage“ stellt das Tageblatt heimische Wildtiere vor und zeigt, wie verletzte oder geschwächte Tiere in der Pflegestation versorgt werden. Zum Abschluss unserer Serie stellen wir heute die Zwergfledermaus vor.

Mit zunehmendem Alter erfolgt in der Ernährung der Fledermäuse die Umstellung von Milch auf Insektennahrung wie z.B. Mehlwürmer

Mit zunehmendem Alter erfolgt in der Ernährung der Fledermäuse die Umstellung von Milch auf Insektennahrung wie z.B. Mehlwürmer Foto: Fleegestatioun fir wëll Déieren

Zwergfledermäuse sind kleine, hoch spezialisierte Insektenjäger und die häufigste Fledermausart in Europa. Sie spielen eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht, da sie in der Nacht große Mengen an Insekten erbeuten.

Die Zwergfledermaus – Pflege und Lebensweise

In der Pflegestation hängt die Betreuung stark vom Entwicklungsstand der Tiere ab. Jungtiere werden in Inkubatoren oder auf Wärmematten untergebracht, da sie ihre Körpertemperatur noch nicht selbst stabil halten können. Fledermäuse sind die einzigen fliegenden Säugetiere; ihre Flügel bestehen aus einer Flughaut, die zwischen verlängerten Fingerknochen gespannt ist. Sie sind nachtaktiv und verbringen den Tag in geschützten Quartieren wie Baumhöhlen, Dachböden oder Felsspalten, meist kopfüber hängend.

Mit zunehmendem Alter erfolgt die Umstellung von Milch auf Insektennahrung wie Mehlwürmer oder Morios. Jede Entwicklungsphase erfordert eine präzise Anpassung von Fütterung, Temperatur und Betreuung. Auch die spätere Flugfähigkeit wird durch gezieltes Training gefördert.

Im Jahresverlauf zeigen Fledermäuse ein deutlich saisonales Verhalten: Im Sommer bilden sie Wochenstuben zur Jungenaufzucht, im Winter halten sie Winterschlaf mit stark reduziertem Stoffwechsel. Die Jungen werden meist im Juni geboren und sind nach etwa vier Wochen selbstständig.

In Luxemburg sind alle Fledermausarten streng geschützt und auf stabile, ungestörte Lebensräume angewiesen. Quartierverluste durch Lebensraumzerstörung, Störungen im Winterschlaf, Nahrungsmangel durch Insektenschwund sowie Lichtverschmutzung und veränderte Flugrouten zählen zu den Hauptursachen ihres Rückgangs.

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