Sie sammeln Champagnerdeckel

Die Leidenschaft der Placomusophilisten

Champagnerdeckel erfüllen nicht nur den Zweck, den Korken vor dem Draht zu schützen, sondern sie sind auch für eine Gruppe von Menschen ein äußerst begehrtes Sammlerobjekt. Willkommen bei den luxemburgischen „Placomusophilisten“.

Nico Bisenius (l.) und Carlo Hoffmann vor einer Auswahl der begehrten Deckel

Nico Bisenius (l.) und Carlo Hoffmann vor einer Auswahl der begehrten Deckel Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Das Brockhaus-Lexikon von 1965 definierte „sammeln“ als „krankhafte Neigung, Gegenstände ohne praktischen Bedarf anzuhäufen“. Glaubt man Carlo Hoffmann, dem Sekretär der luxemburgischen „Placomusophilisten“, lag das Lexikon damals nicht ganz falsch. „Ja, hier sind Sie bei richtigen Verrückten gelandet“, sagt er lachend, als er meinen erstaunten Rundblick durch das Zimmer sieht. Wir befinden uns in der Wohnung des Präsidenten von „Placomusolux“, Nico Bisenius, in Leudelingen. An den Wänden des Flurs stehen auf Regalen luxemburgische Biergläser, in der Küche ebenfalls alte Bierflaschen, in Vitrinen Aschenbecher, wie sie früher einmal in Cafés zu finden waren, sowie Ablagen („Vide-poches“) mit den Logos luxemburgischer Firmen. „Ich sammle ein bisschen von allem“, sagt Bisenius, doch sein Hauptsammelgebiet sind Champagner-Kapseln, von denen er eigenen Angaben zufolge rund 15.000 besitzt.

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