Emmy-Awards
Die Last auf dem Haupt: „The Crown“ zeigt die Zerrissenheit der Monarchie im modernen Großbritannien
Die Emmy-Nominierungen sind seit vergangenem Dienstag bekannt. „The Crown“ wurde insgesamt 24-mal nominiert, unter anderem in der Königskategorie „Beste Dramaserie“. Die Handlungsachse der Serie bilden zwei paradoxe Fragen, zwischen denen die royale Familie eingekeilt ist: Wie viel Progressivität verträgt eine Institution, die von der Magie des Altertümlich-Geheimnisvollen lebt? Wie modern muss das Königshaus werden, um in der Gegenwart überleben zu können?
Ein starkes Gewicht legt die Serie auf die Darstellung der mittlerweile über sieben Jahrzehnte andauernden Regentschaft von Queen Elizabeth II Foto: AP/dpa/Netflix/Liam Daniel
Die Nominierungen für die Emmy-Awards sind am vergangenen Dienstag in Los Angeles bekannt gegeben worden. Mit jeweils 24 Nominierungen liefern sich die Streaming-Serien „The Crown“ und „The Mandalorian“ ein knappes Rennen. Erstere kann sogar auf eine Auszeichnung in der prestigereichsten Kategorie „Beste Dramaserie“ hoffen. Die Netflix-Produktion beleuchtet das Leben der britischen Monarchen im Dunstkreis von Queen Elizabeth II. Erzählt wird die Geschichte einer Familie, deren Lebenswirklichkeit kaum weiter entfernt von derjenigen der Zuschauer sein könnte. Zerrissen zwischen symbolischer Überfrachtung und eingeschränkter politischer Handhabe wirkt das Haus Windsor sowohl unverzichtbar als auch unzeitgemäß; es muss – in der Serie wie auch im realen Leben – herhalten als Projektionsfläche für eskapistische Fantasien und ringt in einer demokratischen Gesellschaft zugleich um Relevanz und Legitimation. Der meisterhaft aufgebaute Spannungsbogen von „The Crown“ verläuft entlang der dadurch provozierten Bruchstellen. Diese ziehen sich durch die Familie wie auch durch die einzelnen Figuren selbst.