Ausstellung „Women in War“
Die Kriegsfotografin Lynsey Addario über Fotos, für die es sich zu sterben lohnt
Wenn Bomben fallen und die Welt zerbricht, drückt Lynsey Addario ab: In „Women in War“ im Escher „Musée de la résistance et des droits humains“ (MNRDH) erzählt die Pulitzer-Preisträgerin von Frauen, die inmitten von Frontlinien gebären, fliehen, kämpfen, überleben – und ihre Würde verteidigen. Sie war zur Vernissage in Luxemburg zu Gast. Über eine Begegnung, die nachhallt.
Sie fotografiert Menschen im Krieg und Konfliktregionen, darunter Frauen: Die Fotojournalistin Lynsey Addario war zur Vernissage ihrer Soloausstellung „Women in War“ zu Besuch in Luxemburg Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Tosender Applaus. Das Publikum erhebt sich von seinen Sitzen, als die amerikanische Kriegsfotografin Lynsey Addario (1973) im Neimënster die Bühne betritt. Das Reden fällt ihr schwer. Sie zieht sich zurück, wischt sich die Tränen vom Gesicht – genauso wie manche Zuschauer*innen, die soeben den Dokumentarfilm „Love + War“ zu Addarios Alltag zwischen Krieg und Familienwahnsinn in London gesehen haben.
Vergangenes Wochenende war die Fotografin in Luxemburg zu Gast. Noch im Januar drückte sie für die New York Times in der Ukraine auf den Auslöser. Dazwischen las sie ihrem jüngsten Sohn vermutlich Bettgeschichten vor. Das Tageblatt trifft sie nach einem Aufenthalt im US-Bundesstaat Minnesota im MNRDH zum Gespräch. Sie sitzt in einem roten Sessel, umgeben von Fotos aus den gefährlichsten Krisen- und Konfliktgebieten der Welt.