Nach über sechs Jahren Pause
Der neunte Luxembourg Architecture Award und der erste Lëtzebuerger Architekturpräis stehen vor der Tür
Seit 1995 zeichnet das Luxembourg Center for Architecture, kurz LUCA, Architekt*innen und Ingenieur*innen für Exzellenz im Architekturbereich aus. Dieses Jahr gesellt sich der neue „Lëtzebuerger Architekturpräis“, kreiert vom Kulturministerium, hinzu.
Die Direktorin des LUCA, Maribel Casas, bei der Pressekonferenz zum Luxembourg Architecture Award und dem Lëtzebuerger Architekturpräis 2026 Foto: Jang Kapgen
Nach einer sechseinhalbjährigen Pause wurde am Dienstag der diesjährige Luxembourg Architecture Award (LAA) während einer Pressekonferenz im LUCA vorgestellt. Der LAA hebt Projekte von Architekt*innen, beratenden Ingenieur*innen, Stadtplaner*innen, Innenarchitekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen und Landschaftsingenieur*innen in Luxemburg hervor. Der Kulturminister Eric Thill (DP) beschreibt dies als „ein mehr als verdientes Comeback!“ Er unterstreicht die Wichtigkeit des Preises, da Architektur unser aller Leben, unsere Umwelt und unsere Gesellschaft beeinflusst.
Dies ist auch der Grund, warum das Kulturministerium nun auch den Lëtzebuerger Architekturpräis ins Leben ruft. Der Staat will aktiver – so wie das Ministerium dies auch im Theater, Film und Musik schon tut – die kulturelle Wichtigkeit der Architektur wertschätzen und unterstützen. Diese Unterstützung hat auch eine Zahl: 10.000 Euro sollen die Preisträger*innen nämlich zu ihrer Auszeichnung hinzubekommen. So wie der LAA soll auch der Lëtzebuerger Architekturpräis alle vier Jahre verliehen werden.
Der LAA hat eine längere Pause aufgrund eines internen Leitungswechsels im LUCA hinter sich. Seit der Gründung des Zentrums im Jahre 1992, erst als „Stiftung für Architektur und Ingenieurwesen“, jetzt als LUCA, setzt sich diese nichtstaatliche Organisation für die Qualität in der luxemburgischen Architekturwelt ein. Das LUCA bietet ein breites Programm, sowohl für Amateur-Architekturinteressierte als auch für Professionelle. Seit 31 Jahren zählt der LAA auch zum Programm.
Was bedeutet ein Architekturpreis im Jahr 2026?
Maribel Casas, die Direktorin des LUCA, erklärt, dass die LAA-Auszeichnungen nicht nur eine Wertschätzung individueller Projekte sind, sondern ein Zeichen unseres Zeitgeistes. So stellte sich die LUCA in Vorbereitung des diesjährigen Preises die Frage: Was bedeutet ein Architekturpreis im Jahr 2026? Teil der Antwort sind neue Kategorien.
Die beinhalten 2026 die Themen „Bâtir la durabilité“, „Réaliser avec la jeunesse“, „Dialoguer avec l’existant“, „Vivre ensemble“, „Représenter et documenter“. Casas betont, dass die Bedürfnisse der luxemburgischen Gesellschaft hier im Vordergrund stehen. Neben Bauen mit Umweltbewusstsein und während einer andauernden Wohnungskrise unterstreichen diese Kategorien auch das luxemburgische Architekturkulturgut und sogar die Medien über Architektur. Architektur handele nicht nur von gebauten Mauern, sondern umfasse viele verschiedene Bereiche und Ansätze – dies wurde durch die neuen Kategorien abzudecken versucht.
Der Lëtzebuerger Architekturpräis ehrt die gesamte Karriere der nominierten Person – von den realisierten Projekten bis hin zu persönlichen Engagements. Der Kulturminister merkt an, dass man hofft, durch beide Preise junge Talente anzuregen und zu motivieren.

Das neue Logo Quelle: Kulturministerium
Der LAA hat dieses Jahr auch eine neue visuelle Identität. Das neue Logo sei an dem kleinsten Baustein der meisten architektonischen Projekte inspiriert: dem Ziegelstein. In minimalistischem Stil hat der LAA also ein markantes neues Logo. Neue Kategorien, neue visuelle Identität und ein ganz neuer Preis: Die Pressekonferenz spricht von viel Vorfreude und Perspektive.
Eckdaten zu den Architekturpreisen
Die Einreichungen von Projekten für den LAA beginnen am 17. März und sind bis zum 30. April 2026 zulässig. Der Lëtzebuerger Archikturpräis funktioniert nicht mittels Einreichungen, sondern der Ordre des Architectes et des Ingénieurs-Conseils und Experten der Université du Luxembourg nominieren Personen direkt.
Casas erklärt, dass die Jury des LAA hauptsächlich aus Expert*innen aus der Großregion Luxemburgs und den Nachbarländern kommen, damit der luxemburgische Kontext mitbedacht wird. Während der Pressekonferenz wurde die Jury vorgestellt, welche alle Preisträger auszeichnet: Ivan Blasi Mezquita, Klaas De Rycke, Peter Cachola Schmal, Eléonore Mialonier, Inge Vinck, Julie Wilhelm. Drei Männer, drei Frauen – und davon zwei Personen, die in Luxemburg arbeiten.
Beide Preise werden dann am selben Abend, am 25. Juni, im „Hémicycle“ des European Convention Center Luxembourg, verliehen. Zeitgleich läuft im LUCA eine Ausstellung zu den nominierten Projekten an.