Mersch

Der neue Waldfriedhof nahe Schoenfels ist ein Erinnerungsort mitten in der Natur

Nach einem Jahr ist das Projekt „Waldfriedhof“ der Gemeinde Mersch nun abgeschlossen. Am Montag wurde der nahe Schoenfels gelegene Ort der Erinnerung präsentiert. 

Mitten in der Natur liegt der neue Waldfriedhof der Gemeinde Mersch

Mitten in der Natur liegt der neue Waldfriedhof der Gemeinde Mersch Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

„Wir haben hier einen wirklich schönen Ort gefunden für unseren Waldfriedhof. Mit einem fantastischen Blick über das Mamertal und ruhig gelegen“, lobt der Merscher Bürgermeister Michel Malherbe die am Montag offiziell vorgestellte Anlage. Der neue Gedenkplatz liegt gleich neben dem Claushaff, in unmittelbarer Nähe zur Ortschaft Schoenfels. 

Vor 14 Jahren habe man zum ersten Mal über die Idee gesprochen, doch konkret wurden die Pläne erst vor einem guten Jahr. Vor allem die Platzwahl sei problematisch gewesen, sagt Malherbe. Man habe mehrere Plätze vorgeschlagen, doch immer wieder habe es etwas zu beanstanden gegeben. „Doch es ist gut, dass wir nun diesen hier haben. Denn die Nachfrage ist groß.“ Bereits zwölf Anträge seien gestellt worden. „Wir haben erfahren, dass heute jemand gestorben ist, der bereits am 9. beigesetzt wird.“ 

Um 36 mit Zahlen markierte Bäume können Urnen in der Erde beigesetzt werden. 16 Plätze gibt es um jeden Baum. „Außerdem können Personen in drei verschiedenen Tiefen pro Platz beigesetzt werden“, erklärt Schöffe Daniel Marques. Das sei aber zunächst nur Familien vorbehalten, die gemeinsam bestattet werden wollen. Insgesamt bietet der Waldfriedhof also Platz für 1.728 Verstorbene. Zudem wurde ein Verstreuungsort vorgesehen. 

Lokaler Charakter

Sollte es notwendig werden, gebe es aber schon Überlegungen für eine Erweiterung. „Wir haben das Anlegen des Friedhofs genutzt, um neue Bäume zu pflanzen, die in das Register der Bäume aufgenommen werden können“, erklärt Louis Malherbe von der Firma Lignafor aus Diekirch, die mit dem Projekt betraut wurde. Außerdem gehöre das direkt danebenliegende Waldstück ebenfalls der Gemeinde, heißt es von den Merscher Verantwortlichen. 

Bestattet werden können hier Bürger aus der Merscher Gemeinde sowie langjährige Merscher, die aus etwaigen Gründen ihr Lebensende nicht auf Gemeindegebiet verbringen können. Reserviert werden können die Bestattungsplätze in der Regel nicht. „Eine Ausnahme gibt es nur für Menschen, die unmittelbar vor ihrem Lebensende stehen“, sagt Schöffe Abby Toussaint. 

Den Eingang der Anlage markiert eine Stele aus Holz des Landschaftskünstler Gérard Claude. Sie wurde aus Eichen aus dem Merscher Wald gefertigt. Und auch der Unterstand, der als Zeremonienort vorgesehen ist, wurde von Gemeindearbeitern selbst mit Bäumen aus dem Reckinger Wald gefertigt. Der lokale Charakter der Fertigungen wurde von Bürgermeister Malherbe besonders hervorgehoben. 

Die Stele am Eingang des Bestattungsorts ist aus Eichenholz gefertigt. Der größt...
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Die Stele am Eingang des Bestattungsorts ist aus Eichenholz gefertigt. Der größte der Pfeiler wurde auf 2,5 Tonnen geschätzt und stellte eine besondere Herausforderung für den Transport vor Ort dar.
Hinweistafeln weisen darauf hin, welche Personen an welchen Bäumen beigesetzt wu...
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Hinweistafeln weisen darauf hin, welche Personen an welchen Bäumen beigesetzt wurden
Der Zeremonienplatz ist überdacht und im gleichen Stil wie die Stele gehalten
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Der Zeremonienplatz ist überdacht und im gleichen Stil wie die Stele gehalten
Jeder der 36 Erinnerungsbäume ist mit einer Nummer versehen
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Jeder der 36 Erinnerungsbäume ist mit einer Nummer versehen
Der Zeremonienplatz und die Wege zu den Bäumen sind auch für Rollstühle zugängli...
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Der Zeremonienplatz und die Wege zu den Bäumen sind auch für Rollstühle zugänglich
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