Tier des Tages
Der Uhu: Der majestätische Jäger der Dunkelheit
Gemeinsam mit dem „Centre de soins pour la faune sauvage“ stellt das Tageblatt während der Sommerferien heimische Wildtiere vor und zeigt, wie verletzte oder geschwächte Tiere in der Pflegestation versorgt werden.
Foto: Centre de soins pour la faune sauvage
Der Name des Uhus erinnert an seinen markanten Balzruf, im Französischen wird er „Grand-duc“ genannt. Als größte Eulenart in Luxemburg beeindruckt er durch seine Erscheinung: Männchen erreichen bis zu 2,5 kg, Weibchen bis zu 3 kg. Mit einer Körperlänge von 60 bis 70 cm und einer Flügelspannweite von bis zu 190 cm zählt er zu den imposantesten heimischen Greifvögeln. Typisch sind die Federohren, die großen orange-gelben Augen und das braun gefleckte Gefieder, das eine hervorragende Tarnung bietet.
Seine wichtigste Jagdwaffe sind die kräftigen Fänge, mit denen er in der Dämmerung und Nacht auf Beutefang geht. Das Nahrungsspektrum reicht von Mäusen über Tauben bis hin zu Feldhasen. Beute von bis zu 2 kg kann er tragen. Unverdauliche Reste wie Fell, Federn und Knochen würgt er später als Gewölle wieder aus. Obwohl der Uhu in weiten Teilen Eurasiens vorkommt, wurde er durch intensive Landwirtschaft aus vielen Regionen verdrängt. In den Alpen und Mittelgebirgen ist er jedoch weiterhin regelmäßig anzutreffen; in Luxemburg wird der Bestand auf etwa 25 Brutpaare geschätzt.
Global gilt der Uhu zwar nicht als gefährdet, doch in unserer Kulturlandschaft ist er zahlreichen Risiken ausgesetzt. Zäune, Stromleitungen und Verkehr führen regelmäßig zu Verletzungen. In der Wildtierstation in Düdelingen wurden in den vergangenen zwei Jahren 13 verletzte Uhus aufgenommen. Dank intensiver Pflege konnten neun Tiere wieder ausgewildert werden – ein großer Erfolg, da Rehabilitation und Flugtraining oft mehrere Wochen intensiver Arbeit erfordern.