Nick Cave

Der Überlebende: Vom Proto-Punk und Noise-Rocker aus Australiens Provinz zum Weltstar

Heute zieht er die Menschenmassen in riesigen Hallen und Arenen in seinen Bann, begonnen hat er als „Junge von nebenan“ in einem kleinen Kaff. Nick Cave ging einen schmerzvollen Leidensweg.

Nick Cave 2017 in der Rockhal

Nick Cave 2017 in der Rockhal Foto: Editpress/Alain Rischard

September 1986: Ein Schulfreund und ich sind mit dem Zug nach Frankfurt gefahren. Nick Cave and The Bad Seeds spielen in der Batschkapp. Es ist mein letzter Konzertbesuch vor dem Militärdienst im nordhessischen Marburg. Wenige Tage später muss ich in der Kaserne antreten. Am Frankfurter Hauptbahnhof angekommen, besorgt sich Christoph, so der Name meines Freundes, bei einem Dealer etwas Stoff fürs Konzert. Er ist noch nicht lange auf Heroin. Hinter dem Gebäude des Rockclubs setzt er sich einen Schuss. Die Show verbringt er an die Wand gelehnt im hinteren Teil des Saals. Von weitem ist er an seinem Flattop, dem für Psychobillys typischen Haarschnitt, leicht zu erkennen. Ab und zu schaue ich nach ihm, doch meistens verfolge ich den Auftritt von Nick Cave, dessen großen leeren Augen einen ähnlichen Ausdruck wie die von Christoph haben. Es scheint, als sich der Sänger, die meiste Zeit sitzend, von der Musik treiben lassen.

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