Gastronomie
Der Sternekoch, der Wirt geblieben ist: Tony Tintinger im Gespräch mit dem Tageblatt
Der ehemalige Sternekoch Tony Tintinger hat Kaiser, Präsidenten und Regierungschefs bekocht. Für den Waldhaff wünscht sich der 82-Jährige trotzdem etwas Bodenständiges: luxemburgische Küche, ein Bistro und einen Treffpunkt für alle.
Sternekoch Tony Tintinger im Interview mit dem Tageblatt Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Wenn der Waldhaff erst in sieben oder acht Jahren wieder öffnet, sagt Tony Tintinger, werde er das wahrscheinlich nicht mehr erleben. Der Niederanvener ist 82. Zweieinhalb Jahre, sagt er, müssten reichen. Das traditionsreiche Café in Niederanven steht seit 2018 leer und seine geplante Restaurierung und Wiedereröffnung verzögern sich nun schon seit Jahren. Tintingers Worte haben Gewicht: Weite Teile seines Lebens hat Tintinger der Gastronomie gewidmet. Ob in Esch oder Luxemburg-Stadt – der Sternekoch hat Restaurants eröffnet und umgebaut und nach seiner aktiven Karriere zahlreiche Betriebe bei ihrer Entstehung beraten. Beim Waldhaff sieht er das Problem deshalb weniger beim Bau als bei der Politik. „Der politische Wille fehlt“, sagt Tintinger und geht sowohl mit dem zuständigen CSV-Umweltminister als auch mit der Gemeindepolitik hart ins Gericht.
Schon viel zu lange dümpelt das Projekt seiner Ansicht nach vor sich hin. An den Plänen liege es nicht. „Ich habe bereits bei anderen Projekten mit Tatiana Fabeck zusammengearbeitet. Die Pläne sind sehr gut. Die Genehmigungen sind das Problem.“ Ein Teil der geplanten Baumaßnahmen – darunter ein Aufzug an der Außenseite des Gebäudes und eine größere Terrasse – betrifft die Grünzone und kann deshalb derzeit nicht umgesetzt werden. Dafür müssten die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Die politischen Verantwortlichen sehen keine Dringlichkeit. Das Hin und Her darum zieht sich bereits seit mehreren Jahren. Verschwendete Zeit, findet Tintinger.