Drogenfunde in Luxemburg
Der Konkurrenzkampf wird immer brutaler
Zwei spektakuläre Funde von Kokain innerhalb eines Monats sind nicht nur Anzeichen für eine „Kokainschwemme” in Europa, sondern auch für eine zunehmende Bedeutung Luxemburgs als Transitland im internationalen Drogenschmuggel.
Päckchen von Tapioka, Speisestärke aus der Maniokwurzel, sichergestellt vom Luxemburger Zoll auf dem Findel. Darunter befanden sich mehr als 500 Kilogramm Kokain in Paketen. Foto: Zoll- und Verbrauchsteuerverwaltung/dpa
Zunächst wurden Anfang Februar knapp 900 Kilogramm Kokain auf einem Bauernhof in der Nähe von Bilsdorf gefunden. Dann wurde bekannt, dass auf Findel gut 500 Kilogramm des Rauschgifts gefunden worden waren – der bisher größte Fund im Luftfrachtsektor. Dabei handelt es um Stoff höchster Qualität. Allgemein hat die Reinheit des Kokains, bis auf einen leichten Rückgang im vergangenen Jahr, in den letzten zehn Jahren zugenommen, hat Daniel Brombacher, Direktor des Observatory of Organized Crime in Europe bei der in Genf ansässigen Global Initiative Against Transnational Organized Crime kürzlich in einem Interview gegenüber dem Tageblatt bestätigt. Er sprach nicht nur von einer „Kokainschwemme auf der Angebotsseite“, sondern auch von einer „deutlichen Zunahme der Nachfrage“ in Westeuropa. Und er sagte: „Vieles spricht dafür, dass wir zurzeit ein Überangebot haben.“