Must-See Movies (11)

Der (Heiligen-)Schein trübt: „Saint Maud“ von Rose Glass

Die städtische Cinémathèque hat zu Jahresbeginn wieder cinephilen Nachhilfeunterricht im Spielplan. Aus verschiedensten Gründen sind die programmierten Filme nicht oder nur sporadisch auf luxemburgischen Kinoleinwänden zu sehen gewesen. Das Tageblatt stellt die sogenannten elf Must-See-Filme vor.

Der (Heiligen-)Schein trübt: „Saint Maud“ von Rose Glass

Wenn sich Regisseurinnen dem Horrorgenre zuwenden, sollte man als Kinobegeisterter in der Regel wenigstens die Ohren spitzen. „She Dies Tomorrow“ von Amy Seimetz, „Candyman“ von Nia DaCosta, die „Fear Street“-Filme von Leigh Janiak auf Netflix, „Relic“ von Natalie Erika James, „Censor“ von Prano Bailey-Bond – um nur diese Filme der letzten beiden Jahre zu nennen. Alle diese Regisseurinnen wissen sich des Genres und seiner Codes so zu bedienen, dass die Filme um Lichtjahre interessanter sind als die Blutspritzer, die sie hie und da mal einsetzen müssen. Und nein, es handelt sich bei den Filmen nicht um „elevated horror“. Dieser neumodische Terminus ist eigentlich nur ein chauvinistischer Stempel, mit dem z.B. A24 versucht, die Filme von Ari Aster und Robert Eggers als erhabene Meisterwerke zu verkaufen, während alles andere nur Horrorfilme sind. „Elevated“ und heilig oder nicht, die Protagonistin aus „Saint Maud“ scheint sich von hoch oben Beistand zu erwarten und handelt dementsprechend.

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