Mentale Gesundheit

Der Hebammenverband fordert ein Zentrum für psychisch erkrankte Mütter

Jede fünfte Frau erkrankt in der Schwangerschaft oder im ersten Jahr nach der Geburt psychisch. Der Hebammenverband ALSF fordert ein eigenes Zentrum und Hilfe ohne Wartezeit und ohne Kosten.

Jede fünfte Frau leidet vor oder nach der Geburt an einer psychischen Erkrankung

Jede fünfte Frau leidet vor oder nach der Geburt an einer psychischen Erkrankung Foto: Editpress/Isabella Finzi

Der Luxemburger Hebammenverband (ALSF) schlägt Alarm. Frauen, die während der Schwangerschaft oder nach der Geburt psychisch erkranken, fänden in Luxemburg zu schwer Hilfe. Im Rahmen der Woche der psychischen Gesundheit fordert der Verband deshalb eine bessere Versorgung.

Die Zeit rund um die Geburt könne Frauen stark belasten, schreibt die ALSF. Viele kämpften mit Ängsten und Erschöpfung, manche mit schweren Depressionen bis hin zu Suizidgedanken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass etwa jede fünfte Frau in der Schwangerschaft oder im ersten Jahr nach der Geburt psychisch erkrankt.

Die Hebammen wollen ein eigenes Zentrum für perinatale psychische Gesundheit. Dort sollen Ärzte, Psychologen und Hebammen Mütter und Familien gemeinsam betreuen. Frauen in schweren Krisen sollen dort auch stationär bleiben können, und zwar mit ihrem Baby.

Betroffene müssten sofort Hilfe bekommen, verlangt der Verband. Ohne Wartezeit und ohne Kosten. Keine Frau dürfe aus Geldgründen auf eine Behandlung verzichten oder wochenlang auf einen Termin warten. Unbehandelt könnten die Erkrankungen Mutter und Kind schwer schaden. Schnelle Hilfe rette Leben, so die ALSF.

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