Tier des Tages
Der Feldhase: Ein schneller und wachsamer Bewohner offener Landschaften
Gemeinsam mit dem „Centre de soins pour la faune sauvage“ stellt das Tageblatt während der Sommerferien heimische Wildtiere vor und zeigt, wie verletzte oder geschwächte Tiere in der Pflegestation versorgt werden.
Foto: Centre de soins pour la faune sauvage
Feldhasen sind eigentlich unverwechselbar: Ihre langen Ohren (Löffel), die kräftigen Hinterbeine, der bräunliche Rücken, der weiße Bauch und der schwarz-weiße Schwanz (Blume) machen sie einzigartig. Dennoch werden sie aus Unwissenheit immer wieder mit dem Wildkaninchen verwechselt.
Foto: Centre de soins pour la faune sauvage
Auch ihr Verhalten ist charakteristisch: In aufrechter, wachsamer Haltung nutzen Hasen ihren ausgeprägten Geruchssinn, ihr weites Sehfeld und natürlich ihr exzellentes Gehör, um Gefahren frühzeitig zu erkennen. Als Lebensraum bevorzugen sie strukturierte, halb offene Landschaften – also Felder und Wiesen, die von Hecken, Feldgehölzen und Brachflächen durchsetzt sind. Hier finden sie optimalen Unterschlupf. Den Großteil des Tages verbringen die Tiere gut getarnt und mit angelegten Ohren in ihrer flachen Bodenmulde, der sogenannten Sasse. Erst bei Einbruch der Dunkelheit gehen sie auf Nahrungssuche. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Gräser, Kräuter, Samen, Knollen und im Winter auch die Rinde junger Bäume.
Besonders spektakulär sind die Boxkämpfe der Männchen (Rammler) während der Paarungszeit. Dabei stehen sie auf den Hinterbeinen und kämpfen mit wilden Sprüngen um die Rangordnung. Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich von Januar bis August, sodass die letzten der maximal drei bis vier Würfe noch im Oktober zur Welt kommen können.
Da Feldhasen Nestflüchter sind, kommen die Jungen behaart und sehend in der Sasse zur Welt. Sie verlassen diese schon nach kurzer Zeit und verbringen den Tag gut getarnt allein. Die Mutter kommt nur selten zum Säugen vorbei. Die Pflegestation für Wildtiere in Düdelingen rät daher dringend dazu, gefundene Junghasen ungestört zu lassen und nur im echten Notfall einzugreifen, um unnötiges Einsammeln von Jungtieren zu verhindern. Allein im Jahr 2025 wurden 25 Feldhasen als Patienten in der Station aufgenommen. Wie bei vielen Wildtierarten in Luxemburg gehören der Straßenverkehr und engmaschige Zäune zu den häufigsten Verletzungsursachen.
Foto: Centre de soins pour la faune sauvage