Tier des Tages

Der Europäische Biber (Castor fiber): Der stille Architekt unserer Flüsse

Gemeinsam mit dem „Centre de soins pour la faune sauvage“ stellt das Tageblatt während der Sommerferien heimische Wildtiere vor und zeigt, wie verletzte oder geschwächte Tiere in der Pflegestation versorgt werden. Heute geht es um den Europäischen Biber.

Der Biber lebt in unmittelbarer Nähe von Gewässern und prägt seinen Lebensraum aktiv

Der Biber lebt in unmittelbarer Nähe von Gewässern und prägt seinen Lebensraum aktiv Foto: Jessica Bellamy

Der Europäische Biber ist eines der faszinierendsten Wildtiere Europas und heute auch in Luxemburg wieder heimisch. Mit bis zu 30 kg Gewicht ist er das größte Nagetier unseres Kontinents. Sein dichtes, braunes Fell und der breite, abgeflachte Schwanz machen ihn unverwechselbar.

Der Biber lebt eng an Gewässern und gestaltet seine Umgebung aktiv mit. Durch den Bau von Dämmen staut er Wasser auf und schafft so neue Feuchtgebiete. Diese verändern ganze Landschaften und bieten Lebensraum für viele Tierarten wie Amphibien, Insekten und Wasservögel. Er ist damit ein wichtiger „Ökosystem-Ingenieur“.

Der Europäische Biber (Castor fiber): Der stille Architekt unserer Flüsse

Sein Bau besteht aus Uferhöhlen oder sogenannten Biberburgen mit einem Eingang unter Wasser. Biber leben in festen Familienverbänden und sind sehr sozial. Sie sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv und ernähren sich ausschließlich pflanzlich – von Rinde, Zweigen, Wasserpflanzen und jungen Trieben, besonders von Weiden und Pappeln.

Auch im Winter bleibt der Biber aktiv. Dank seines dichten Fells ist er gut an Kälte angepasst. In Luxemburg ist der Biber eine streng geschützte Art; Jagd und Fang sind verboten. Nach seiner fast vollständigen Ausrottung in Europa konnte er sich durch Schutzmaßnahmen wieder erfolgreich ausbreiten und spielt heute eine wichtige Rolle im Naturschutz.

Im Jahr 2025 wurde ein Biber in unserer Pflegestation versorgt. Auch Anfang des Jahres 2026 hatten wir bereits zwei Biber in Pflege. Meist sind es junge Männchen, die ein Zuhause suchen.

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