Esch2022
„Den neie Mineur“: Ein Beitrag von Kayl-Tetingen zum Kulturjahr
Welch anderes Thema als ihre industrielle Vergangenheit als Teil des Minette-Beckens hätte die Gemeinde Kayl für das Kulturjahr Esch2022 auswählen können? Ihre Projekte werden diese Geschichte aufarbeiten und dabei den Bogen ins 21. Jahrhundert spannen. Was gestern war, ist nicht einfach vergangen und vergessen. Erfahrungen und Lektionen von damals bleiben aktuell. Den Spagat zwischen gestern und heute versucht auch „Den neie Mineur“, einer von vier Beiträgen für Esch2022.
Das nationale Bergarbeiterdenkmal auf Léiffrächen wird zur Kulisse für ein Musical Foto: Lucien Montebrusco
Besonders mit einem Namen ist die Vergangenheit Tetingens eng verbunden: Jean Schortgen (1880-1918). An ihn erinnert am Eingang des Tetinger Friedhofs, von der Hauptstraße gut sichtbar, ein imposantes Denkmal. Schortgen ist eine für Esch2022 geschaffene Grafic Novel gewidmet. Sie bildet den ersten Teil des dreigliedrigen Projekts „Den neie Mineur“. Bereits als 16-Jähriger stieg Schortgen in das Bergwerk hinab. Das Werk zeichnet Leben und Wirken des Tetinger Grubenarbeiters und ersten Arbeiterdeputierten nach, der 1914 erstmals ins Parlament gewählt worden war. Dabei liegt der Fokus auf seiner Zeit als Abgeordneter, Gewerkschafter, Mitbegründer der sozialistischen Partei und der sogenannten Freien Gewerkschaften bis zum 1. Mai 1918, dem Tag, als er bei der Arbeit in der Grube Brommeschbierg tödlich verunglückte. Das von Marc Angel (Zeichnung) und Charel Meder (Text) geschaffene Werk erscheint in französischer und luxemburgischer Sprache. Erscheinungsdatum der luxemburgischen Ausgabe ist voraussichtlich der 29. April.