Tageblatt-Serie „Flucht“
„Das ist meine Heldin“ – Unser Leben als Ukrainer in Differdingen
Krieg zerstört Leben. Wer nicht stirbt, verelendet oder verkrüppelt wird, flieht. Wie sich das anfühlt, erzählen wir in unserer neuen Tageblatt-Serie „Flucht“. Heute: Eine ukrainische Familie in Differdingen.
Kriegsverbrecher Putin terrorisiert die Ukraine. Wer Glück hat, kann fliehen. Diese ukrainische Familie wurde von der Luxemburger Friedensorganistion „Ad pacem servandam Asbl.“ gerettet. Von links nach rechts: Claude Pantaleoni (Asbl-Präsident und Lehrer), seine Ehefrau Natalya Pantaleoni (ukrainische Historikerin und Vizepräsidentin der Asbl), das Ehepaar Denis Semianystyi (40) und Anna Semianysta (35) sowie ihre beiden Kinder und… Fotos: Tom Jungbluth
Das Viertel hat sich kaum verändert. Einfamilienhäuser, meist errichtet von der Arbed – ein typisches Refugium für „Schmelzaarbechter“. Die rue Henri Bessemer wirkt wie so viele Straßen in Differdingen: Leicht aus der Zeit gefallen und doch international, ganz ohne „Stater“ Hochnäsigkeit. Die Differdinger sind Menschen aus aller Welt gewöhnt: Über 120 Nationalitäten verstecken sich hinter den Fassaden. In der „Bessemer Strooss“ ist es nicht anders: Zwischen den Häusern von portugiesischen und italienischen Mitmenschen lebt neuerdings eine ukrainische Flüchtlingsfamilie – ein Ehepaar, zwei Kinder, zwei Babuschkas, Hund und Katze.