Theater
Das TNL inszeniert Becketts Klassiker „Endspiel“ ohne Klimbim
Hamm und Clove in einer toxischen Endzeit-Beziehung – David Mouchtar-Samorai schafft es, Becketts „Endspiel“ gleichzeitig komisch, traurig und überraschend zugänglich zu machen. Ein zeitloser Theaterabend.
Die Überlebenden Hamm (André Jung) und Clove (Ulrich Kuhlmann) Foto: Bohumil Kostohryz
Kennen Sie das? Sie stöbern in alten Kisten oder Schränken auf dem Dachboden und halten plötzlich ein Buch in der Hand. Sie pusten den Staub vom Einband, die Lettern in Fraktur zwingen Sie, den Titel mühevoll zu entziffern. Dann schlagen Sie es auf und in den Seiten wabert der Duft von altem Wissen, diese Mischung aus trockenem Papier, Druckerschwärze und Erinnerungen. Und Sie haben plötzlich das Gefühl, etwas Wichtiges, etwas Behütenswertes gefunden zu haben?