Bahnhofsviertel
Das Quartier Gare zwischen Ablehnung und Verklärung – ein persönlicher Streifzug
Von verrufen bis nostalgisch verklärt – das hauptstädtische Bahnhofsviertel muss für vieles herhalten: als Brennpunkt und Drogenumschlagplatz, als Erinnerungs- und Sehnsuchtsort sowie als Projektionsfläche von Hardlinern in der Diskussion über Sicherheit und Sicherheitsgefühl. Ein Streifzug.
Das Bahnhofsviertel lebt, hier die rue Joseph Junck Foto: Editpress/Julien Garroy
Imad schaut argwöhnisch. Er ist aus seinem Kebab-Restaurant auf die Straße getreten und wartet auf die ersten Kunden. Zu früh, einen Döner zu essen. Aber genau die richtige Zeit, um Imad Fragen zu stellen. Schließlich ist der Franzose schon seit Jahren im Bahnhofsviertel der Hauptstadt und kann sich momentan kaum etwas anderes vorstellen. „Zu meinen Gästen zähle ich auch Familien, die in der Gegend einkaufen waren und zu mir zum Essen kommen“, sagt er. „Oder sie kommen direkt aus dem Parkhaus zu mir.“ So wie ich.