„Les Exclus du festin“

Das Kasemattentheater thematisiert die Armut in Luxemburg mit viel Ideenreichtum

Nach einem Buch und einer Fotoausstellung ist das Projekt, das mit den Fotos von Raymond Reuter und einem Text von Claude Frisoni seinen Anfang nahm, nun in einer Uraufführung als „E Stéck iwwert Aarmut an engem räiche Land“ auf der Bühne zu sehen. Die Regisseurin Leonie Rebentisch hat aus dem ernsten Sujet einen unterhaltsamen Theaterabend kreiert – mit zwei Schauspielerinnen und einem Schauspieler in großer Spiellaune.

Ein Ensemble in Spiellaune: Céline Camara, Clara Hertz und Raoul Schlechter

Ein Ensemble in Spiellaune: Céline Camara, Clara Hertz und Raoul Schlechter Foto: Bohuil Kostohryz

Der Abend scheint vornehm zu werden. Zwei Kellnerinnen und ein Kellner empfangen das Publikum im Zuschauerraum des Kasemattentheaters. Die Bühne ist schlicht im schwarz-weißen Schachbrettmuster gehalten. Ein mehrgängiges Menü ist angekündigt, „une experience culinaire extraordinaire“, dazu edlen Wein. Doch zuerst gibt es ein Quiz, was so gar nicht zum Ambiente passt. Dazu noch Fragen über das Durchschnittseinkommen und den Mindestlohn der luxemburgischen Einwohnerschaft. Darüber will diese nicht gerne reden. Über Geld spricht man nicht, sondern hat es. Und über Armut schon gar nicht, denn die sollte weit weg sein. Eine Zuschauerin antwortet trotzdem und liegt mit ihrer Schätzung gar nicht so falsch. Vielleicht ist sie vom Statec. Schließlich hat die aus Frankfurt am Main stammende und in Berlin lebende Regisseurin Leonie Rebentisch, in deren Wahlheimat es viel soziale Not gibt, für ihre Recherchen zum Stück jemanden von der Statistikbehörde hinzugezogen.

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