Film
Das Erwachen des portugiesischen Kinos – Aufblühen nach der Nelkenrevolution
Trotz seiner langen Filmtradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, führte das portugiesische Kino lange ein Schattendasein, was nicht zuletzt der jahrzehntelangen Salazar-Diktatur geschuldet war. Die Nelkenrevolution von 1974 brachte die Öffnung.
Das traurige Krokodil aus „Tabu“ von Miguel Gomes Foto: arte
Es hatte lange gedauert. Zu meiner ersten intensiven Begegnung mit dem portugiesischen Kino kam es 2012 durch den Film „Tabu – Eine Geschichte von Liebe und Schuld“ von Miguel Gomes. Bis dahin hatte ich zwar viele Bücher von José Saramago und António Lobo Antunes, zwei meiner Lieblingsschriftsteller, sowie das „Buch der Unruhe“ des dichterischen Übervaters Fernando Pessoa verschlungen – aber die Filmlandschaft Portugals war mir, bis auf ein paar Werke von Manoel de Oliveira, verschlossen geblieben.