Kino
Darum fehlt es „Mickey 17“ mit Robert Pattinson im Doppelpack an Biss
In „Mickey 17“ schickt der südkoreanische Regisseur Bong Joon-ho den Hollywoodstar Robert Pattinson ins All: In einer Mischung aus „Groundhog Day“ (1993) und „Edge of Tomorrow“ (2014) will Bong eine mainstreamfähige sozialistische Gesellschaftsallegorie formen, bleibt dabei aber hinter seinen Vorgängerfilmen zurück.
Robert Pattinson in einer Doppelrolle als Mickey 17 (r.) und Mickey 18 in einer Szene des Films „Mickey 17“ Foto: Warner Bros./dpa
Seine sozialistische Haltung bestimmt Bong Joon-hoos Werk maßgeblich, man denke da nur an den international gepriesenen „Parasite“ (2019). Auch das Setting in „Snowpiercer“ (2011) war unmissverständlich als eine Metapher für das Ungleichgewicht der sozialen Verhältnisse angelegt und freilich kann man hinter diesen Erzählungen noch die Ausführungen von Karl Marx und Friedrich Engels erkennen, die im kommunistischen Manifest dargelegt werden: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften ist die Geschichte von Klassenkämpfen.“ Den Klassenkampf schilderte Bong Joon-ho in Form der Allegorie, das allegorische Erzählen machte die Verhältnisse transparent – der Zug in „Snowpiercer“, die zweigeteilte Welt aus „oben“ und „unten“ in dem Luxusfamilienhaus in „Parasite“. Mit „Mickey 17“ versucht Boo nun, an diese Leitideen anzuknüpfen und mit den mainstreamfähigen Aspekten des Spektakels breiter zugänglich zu machen.