Geschenkideen

Damit am Ende das Richtige unter dem Baum liegt

Weihnachten steht vor der Tür. Während einige vielleicht ihr Weihnachtsshopping schon hinter sich haben, oder sich die Familie entschieden hat, nichts zu schenken, sind andere noch fieberhaft auf der Suche nach dem richtigen Geschenk. Das Tageblatt-Team hat ein paar Empfehlungen gesammelt, was für Freude bei der Weihnachtsfeier sorgen kann. 

Damit am Ende das Richtige unter dem Baum liegt

Foto: Annette Riedl/dpa

Familienspaß mit dem UNO-Upgrade

Damit am Ende das Richtige unter dem Baum liegt

Was gibt es eigentlich Lustigeres, als zwischen den etlichen Gängen eines Festtagsmenüs ein paar beliebte Kartenspiele auszutesten und den echten Familien-Champion zu ermitteln? Wer für wenig Geld etwas Spaß und Überraschungsfaktor verschenken will, dürfte hier das passende Geschenk finden. Der Tageblatt-Tipp kommt aus dem Hause Mattel und heißt „UNO Flip!“. Das Spiel wird laut Hersteller ab sieben Jahren empfohlen, denn die neue Version ist deutlich kniffliger.

Anders als beim echten Klassiker sind diesmal beide Kartenseiten bedruckt – in hellen und dunkleren Farben. Wird die Flip-Karte gelegt, werden sämtliche Karten umgedreht und es entsteht eine komplett neue Phase des Spiels. War beispielsweise die „+4“ bislang die härteste aller Strafen, so kann sich bei „UNO Flip!“ niemand mehr sicher fühlen: Im schlimmsten Falle müssen so viele Karten gezogen werden, bis die richtige Farbe erscheint. Diese und viele weitere Spezialkarten machen „UNO Flip!“ zu einer willkommenen Abwechslung gegenüber dem bestbekannten Klassiker. (chd)

Etwas zum Verwöhnen

Wer mag schon trockne Haut? Und das vor allem im Winter. Wie wäre es also mit einer Hand- oder Körpercreme unter dem Weihnachtsbaum für seine Liebsten? Wer es noch etwas fancier mag kann auch zu einem Körperöl greifen, babyweiche Haut ist dabei vorprogrammiert. Auch Handmasken stehen diesen Winter hoch im Kurs: die Hände abends damit eingecremt, fühlen sie sich am Morgen nahezu wie neu an. Zu finden gibt es die Cremes in allen Formen und sogar Farben überall, in den Parfümerien und Drogerien, selbst im Supermarkt ist das Sortiment groß. Das perfekte Geschenk, um zwischen den hektischen Feiertagen runterzukommen und sich etwas Me-Time zu gönnen. (DJ)

Zum selber aussuchen

Gutschein oder nicht, das ist hier die Frage. Seit ein paar Jahren gibt es immer wieder dieselbe Diskussion, ob ein Gutschein unpersönlich oder ein ideales Geschenk für jemanden ist, bei dem man nicht weiß, was man ihr oder ihm schenken soll. Vielleicht sollte es nicht jedes Jahr ein Geschenkgutschein sein, aber einmal geht schon.

Und wenn einem partout nichts einfällt, dann ist er allemal besser als ein schlechtes oder unnützes Geschenk. Wer einem Bücherwurm eine Freude machen möchte oder einer Gartenfreundin ist mit einem Gutschein von einer Buchhandlung beziehungsweise Gartencenter gut beraten. Vielleicht kombiniert mit einer schönen Weihnachtskarte oder Ähnlichem. Dann wird man sich mit einem Gutschein nicht schlecht fühlen und der beschenkten Person eine Freude bereiten.

Eine Reise durchs Périgord

Damit am Ende das Richtige unter dem Baum liegt

Foto: Marco Goetz

Abenteuergeschichten sind toll. Reiseberichte ebenso. Wenn in Kriminalromanen beides aufeinandertrifft, kann das durchaus gefallen. Der Tageblatt-Tipp für abenteuerlustige Leseratten ist die Serie „Bruno, Chef de police“ von Martin Walker. Martin Walker, 1947 in Schottland geboren, hat in Oxford und Harvard studiert, er ist Historiker und politischer Journalist. Seit gut 20 Jahren lebt er mit seiner Familie in Südfrankreich – im Périgord, nahe der Kleinstadt Le Bugue.

Seit 2008 entstehen dort seine „Bruno, Chef de police“-Kriminalromane. Mittlerweile sind 16 davon ins Deutsche übersetzt, die meisten mittlerweile auch ins Französische. Im englischen Original sind es bereits 17 Titel. Protagonist ist stets Bruno, ein mit allen Wassern gewaschener, „Dorfpolizist“.

Le Bugue heißt im Roman Saint-Denis. Das Besondere an diesen Büchern ist: Sie sind nicht nur Krimi, sondern gleichzeitig auch Reiseführer und Kochbuch. Es ist eine Liebeserklärung ans Périgord, an seine Bewohner, Landschaften und kulinarischen Spezialitäten. Es sind Storys, die mit jahrtausendealter Geschichte verwoben sind. Sehr anschaulich schildert Walker das auch in seinem Roman „Schatten an der Wand“. Nein, das ist keine Bruno-Geschichte, sondern ein sehr spannendes Buch auf drei Zeitebenen. Erstens zur Zeit der Höhlenmenschen (Stichwort Höhle von Lascaux), zweitens die Zeit der französischen Résistance, die 1944 besonders in dieser Gegend Frankreichs aktiv war, und drittens die Gegenwart, in der Frankreichs Präsident Mitterrand das Sagen hat.

Die Bücher von Martin Walker sind jedem Lesenden zu empfehlen, der Lust auf eine Entdeckungsreise durch eine der schönsten Landschaften Frankreichs bekommen oder seine Kenntnisse über das Périgord und seine Geschichte(n) vertiefen möchte. (mago)

Bücher made in Luxembourg

Einheimische Verlage und Autoren sind äußerst kreativ. Wir haben eine kleine, aber keineswegs repräsentative Auswahl zusammengestellt. Viel Spaß beim Entdecken – auch aller anderen Bücher „made in Luxembourg“.

Die „Walfer Bicherdeeg“ sind eine wahre Fundgrube. Auch für jene, die gerne Bücher verschenken. Soll es etwas zum Schmunzeln und Nachdenken sein? Dann passt zum Beispiel „Uerdnung muss sinn“ von Christian Kmiotek (Capybarabooks). Freunden der gewerkschaftlichen Arbeit in Luxemburg kann man mit „De Casteg“, einem Buch von Robert Schneider und Guy Castegnaro über den charismatischen OGBL-Führer, eine Freude machen (Editions Le Phare). Eine weitere Empfehlung sind auch die kurzweiligen Erzählungen von Jean-Marie Backes über „Große Kunst und harte Arbeit“ als Journalist und überhaupt im Leben (Eigenverlag).

Für jemanden, der Brüssel und die etwas dunkleren Seiten der belgischen Hauptstadt mag, könnte „Parfois la nuit se tait“ von Antoine Pohu (Capybarabooks) infrage kommen. Interessant ist auch der philosophische, ja fast theologische Roman von Claude Schmit „Yeshuah“ über die Frage: Was wäre, wenn Jesus die Kreuzigung überlebt hätte? (Editions Phi). Wer Krimis mag, könnte mit „Tout devait disparaître“ von Jérôme Quiqueret spannende Lesestunden verbringen (Capybarabooks). Was hätten wir noch? Zum Beispiel „Gut verräumte Sternschnuppen“ der Luxemburger Lyrikerin Chris Lauer (Limbus Verlag). Oder die Geschichte der Geschwister Jette und Jakob im Zeichen des Zweiten Weltkriegs von Margret Steckel (Capybarabooks). Wer wissen möchte, was ein fast 103-Jähriger (!) heute aus den letzten Jahrzehnten zu berichten hat, ist mit Pe’l Schlechters „einfach esou“ gut bedient (Editions Guy Binsfeld). Comicfreunden, jüngeren und älteren, raten wir, sich mal bei Andy Genen umzuschauen. Er schickt nicht nur Riesen auf Reise, sondern beleuchtet mit John Rech auch Düdelinger Geschichte (Editions Schortgen).

Nationalités de façade

Damit am Ende das Richtige unter dem Baum liegt

Votre belle-sœur est férue d’histoire et pense avoir tout lu sur l’histoire des migrations. Vous avez l’occasion de lui mettre entre les mains un ouvrage précieux qui va ébranler ses certitudes. L’historien français Fabrice Langrognet, de l’université d’Oxford, s’est mis en tête d’exaucer un rêve d’histoire formulé par son aîné Philippe Artières, il y a bientôt vingt ans, en faisant l’histoire d’un immeuble. C’est en fait l’histoire d’un ensemble d’immeubles de la banlieue ouvrière de Paris (à La Plaine Saint-Denis), sur la période allant de sa construction en 1882 à 1932. L’immeuble a été dûment sélectionné au préalable pour les promesses qu’il tiendrait en termes de sources. Mais Fabrice Langrognet rivalise d’audace et de patience pour dénicher de nombreuses informations. Pour donner une idée du tour de force, il a identifié presque deux fois plus d’habitants en ces lieux populeux qu’ils ne sont mentionnés dans les recensements.

C’est surtout à une histoire de ses habitants, migrants de l’intérieur de la France, mais aussi de Belgique, d’Italie, d’Espagne, que se livre l’historien. L’approche microhistorique d’un immeuble et de ses habitants remet sérieusement en cause et à sa place l’image déformante d’une approche basée sur les nationalités comme l’a trop pratiquée l’histoire des migrations jusqu’à maintenant. Cette approche relativise les particularismes nationaux et individualise les trajectoires. L’historien est soucieux d’établir l’agentivité des habitants, de leur capacité à composer avec leur environnement, à modifier leurs représentations, identifications dans les interactions sociales. Dans son expérience, le migrant ne fait pas que franchir des frontières administratives, il franchit aussi des frontières sociales, culturelles et cognitives, qui le définissent davantage. (jq)

Buch über das Buch der Bücher

Ein Buch? Falls Ihre Reaktion auf diesen Geschenkvorschlag so ist wie die von Onkel Dagobert, als sein Neffe Donald ihm eins schenkte, sind nachfolgende Zeilen nicht für Sie. Falls Sie aber trotzdem der Ansicht sind, dass auch im digitalen Zeitalter Bücher noch interessant sind, bitte.

Passend für Weihnachten empfehle ich eine Lektüre der Bibel. „Was? Die Bibel?“ höre ich schon manche schreien. Ich kann Sie beruhigen, auch Atheisten und Agnostiker können dem Buch der Bücher durchaus etwas abgewinnen. Der Anthropologe Carel van Schaik und der Literaturhistoriker Kai Michel analysieren in „Das Tagebuch der Menschheit“ die Bibel von einem evolutionär-anthropologischen Standpunkt her. Und es macht Sinn und hat nichts mit einer Art von Symbolik zu tun, die christliche Theologen gerne anführen, um die Widersprüche in den Bibelgeschichten zu erklären. Wie z.B. den gleich zu Anfang: Wegen eines einfachen Mundraubes werden Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben und die Frauen müssen auf ewig Kinder unter Schmerzen gebären, derweil Kain wegen des Mordes an seinem Bruder nur ins Exil muss und dazu noch von Gott vor Verfolgung geschützt wird.

Den Autoren zufolge versucht die Bibel den Menschen den Umbruch der landwirtschaftlichen Revolution durch göttlichen Willen zu erklären. Jäger und Sammler kannten keinen Privatbesitz, sie nahmen und nutzen das, was sie vorfanden. Mit dem ersten Bauer kam auch gleichzeitig der Privatbesitz in die Welt: „Das ist meins, und das darfst du unter Strafe nicht nehmen.“

An Widersprüchen fehlt es in der Bibel nicht; bei fast jeder Geschichte sucht man vergeblich nach einer Logik. Warum schickte Gott die Sintflut? Anscheinend um seine Schöpfung, die ihm nicht mehr gefiel, zu zerstören. Wie kann denn ein perfekter Gott etwas schaffen, was nicht gut ist? Dass die Sintflut tatsächlich stattgefunden hat, davon sind mehrere Forscher überzeugt. Und da es bei Katastrophen nur allzu menschlich ist, nach dem Warum zu fragen, gibt die Bibel eine Antwort: „Gott hat es so gewollt“ war in den Zeiten, als die Geschichten geschrieben wurden, definitiv einfacher zu verstehen als Ausführungen über Klimatologie.

Alles schön und gut, aber das beste Buch nützt nichts, wenn es nicht gelesen wird, das wussten auch schon die Autoren der beiden Testamente. Schöne spannende Geschichten liest man jedoch gerne. Dass die Geschichten gut sind, beweist allein die Tatsache, dass Hollywood zahlreiche Monumentalfilme aus dem Stoff herausholte. Da kann kein anderes Buch mithalten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen frohe Weihnachten, oder besser (weil ursprünglicher): frohe Wintersonnenwende. (c.mol.)

Der Gamer-Corner

Damit am Ende das Richtige unter dem Baum liegt

Foto: dpa/Marius Becker

Das richtige Geschenk für Gamer zu finden, ist gar nicht so leicht, wenn man sich selbst nicht auskennt. Zu unterschiedlich sind die Konsolen und zu zahlreich die Spiele, die man je System kaufen kann. Da das Ganze außerdem schön ins Geld gehen kann (die neuste Playstation fällt mit etwa 600 Euro ins Gewicht, viele neue Spiele kosten zwischen 40 und 60 Euro), sollte ein Kauf wohlüberlegt sein. Wichtig dabei ist zu wissen, was die spiele-begeisterte Person schon besitzt (also z.B. ob sie die zum Spiel passende Technik hat) und welche Art von Spielen sie mag.  

Wenn man sich unsicher ist, ist es am besten, die zu beschenkende Person direkt zu fragen, welche Konsole oder Spiel sie haben möchte. Dann ist es zwar keine Überraschung mehr, doch das Geld ist dort investiert, wo es auch Spaß macht. Eine weitere gute Alternative sind in der Situation auch Gutscheine oder Sammelartikel rund um das Lieblingsspiel (wie z.B. T-Shirts, Statuetten etc.). 

Der Tageblatt-Tipp ist das im Februar 2023 erschienene „Hogwarts Legacy“. Das Action-Rollenspiel lässt einen in die Zauberwelt der Harry-Potter-Bücher eintauchen. Die Geschichte spielt allerdings zeitlich im späten 19. Jahrhundert, also deutlich vor Harrys Geschichte. Trotzdem findet man beim Spielen immer wieder Details, die die Herzen von Potter-Fans höher schlagen lassen und zeigen, dass die Entwickler selbst viel Liebe zum Grundmaterial haben. (joé)

Die Wildnis erobern

Damit am Ende das Richtige unter dem Baum liegt

Foto: Tobias Senzig

Ein ferngesteuertes Auto macht nicht nur dem Nachwuchs Spaß. Blöd für alle aber, wenn die kleine Karre endlich aus dem Wohnzimmer darf – beim Outdoor-Ausritt dann aber am erstbesten Grashalm hängen bleibt. Solche Hürden lächelt der Tageblatt-Tipp „Amewi Conqueror Rock Crawler“ müde weg.

Dank Vierradantrieb, Stollenschlappen und kleiner Übersetzung krabbelt der Geländewagen im Format 1:18 über fast alles, was sich ihm zwischen Feldweg, Wiese oder Vorgarten in den Weg legt. Banalitäten wie Rasen, Stöcke oder Steine werden von „High-Strength“-Stoßdämpfern gütig überwunden und wenn es mal regnet, kann man sich im Wohnzimmer einen Parcours aufbauen. Dass der Wagen bei waghalsigen Manövern doch einmal umkippt, eine gefährliche Klippe oder den Wohnzimmertisch hinabstürzt, hat der Hersteller offenbar eingeplant – und ihm eine relativ fest verschraubte Karosserie verpasst.

Ein Rennen auf einer glattgebügelten Piste gewinnt man mit dem „Crawler“ zwar nicht. Dafür gibt’s aber etwas Besseres: Erfolgserlebnisse im viel näherliegenden „rough terrain“, von dem der Conqueror mit einer Akkuladung gerne mehr als 700 Meter verspeist. Und das Beste: Das kleine Gefährt gibt’s für um die 30 Euro im Netz. (sen)

Zeit statt Zeug

Während der Weihnachtszeit wandern jedes Jahr tonnenweise Geschenke über die Ladentheke. Die Lieferanten vom Online-Giganten Amazon kommen den Bestellungen kaum hinterher. Das Konsumverhalten der Menschen erreicht während der Festtage seinen Höchstpunkt – auf Kosten der Umwelt.

Das Konzept „Zeit statt Zeug“ setzt sich diesem Trend entgegen. Anstatt den Menschen, die einem am nächsten stehen, irgendwelche Dinge zu schenken, verbringt man schöne Momente mit ihnen. Damit macht man nicht nur Freunden und Familie eine Freude, sondern belastet auch Portemonnaie und Umwelt weniger. Denn jedes Produkt hat einen CO2-Fußabdruck. Der Verzicht auf Zeug tut also auch dem Klima gut.

Wie wäre es also mit einem gemeinsamen Kochabend anstatt einem Kochbuch? Oder einem Wanderausflug mit anschließendem Glühwein aus der Thermoskanne? Auch praktisch: Anstatt neue Kleidung zu verschenken, kann man zusammen den Kleiderschrank ausmisten – einschließlich Modeshow und selbst gemachten Cocktails. Die vergessenen und ungewollten Kleider können dann im Secondhand-Geschäft verkauft oder an eine Hilfsorganisation gespendet werden.

Und ein weiterer Vorteil von „Zeit statt Zeug“ für diejenigen, die beim Geschenkekaufen bis zur letzten Minute warten: Gutscheine sind schnell geschrieben. Natürlich muss man danach auch darauf achten, dass sie eingelöst werden. (fey)

Gemeinsame Erlebnisse

Ein selbstgemachtes Geschenk ruft besonders viel Freude hervor, doch die Zeit, um so kurz vor Weihnachten noch etwas zu stricken, nähen, malen usw., ist jetzt zu knapp. Die Möglichkeit, einem Geschenk eine persönliche Note zu verleihen, gibt es dennoch. In einer Epoche, in der viele Menschen über Zeitmangel klagen und wo mitunter das Gefühl entstehen könnte, der persönliche Stresspegel sei eine Art Messlatte des Erwachsenseins, ist es besonders wertvoll, wenn man denen, die uns nahestehen, genau das schenkt: die eigene Zeit, Aufmerksamkeit und gemeinsame Erinnerungen.

Beliebte Ideen sind Eintrittskarten für den gemeinsamen Besuch eines Freizeitparks, eines Konzerts, Theaterstücks oder einer Messe zu einem Thema, das der oder dem Beschenkten am Herzen liegt. Bei der Gestaltung von Karten und Umschlägen kann man sich austoben: Inspiration bieten hier zum Beispiel Scrapbooking-Ideen. Auch eine Einladung zu einem Workshop, den man gemeinsam besucht, erhält somit eine individuelle Note. Landesweit werden passende Veranstaltungen angeboten – und die reichen von der Herstellung von Kerzen bis hin zu indischen Kochrezepten.

Interessiert sich die beschenkte Person für visuelle Künste wie Malerei, kann ein Besuch eines Workshops beispielsweise im „Art Space“ in Luxemburg-Stadt oder der „Konschtmillen“ in Petingen spannend sein. Der Fotograf Christophe van Biesen organisiert regelmäßig Gruppentreffen, die sich auch an Anfänger richten. Oder die beschenkte Person wollte schon immer mal singen, traut sich aber nicht? Das Differdinger INECC bietet sowohl Events für Fortgeschrittene als auch welche, bei denen man die eigene Stimme entdeckt, an. Das Gleiche gilt für die Philharmonie, die hauptstädtischen Theater und viele weitere Institutionen. Tierfreunde könnten sich beispielsweise über eine Trekking-Tour mit Alpakas in Hovelingen freuen, Sportbegeisterte ohne Höhenangst über einen Tag im größten freistehenden Kletterpark Europas in Merzig.

Egal, für welches Erlebnis man sich entscheidet, am schönsten ist es, wenn man zusammen mit der beschenkten Person hingeht. In einer immer materialistischer gewordenen Welt haben gemeinsame Erinnerungen einen besonderen Wert.

Balsam für die Ohren: Gringo Mayers „Ihr liewe Leit“

Damit am Ende das Richtige unter dem Baum liegt

Foto: Fabian Hensel

Für Musikfreunde hat das Tageblatt gleich zwei Musiktipps eingepackt. Zunächst das neuste Album von Gringo Mayers. 

Mayer wurde in Ludwigshafen geboren und lebt aktuell in Mannheim. Vor zehn Jahren war der Musiker bereits mit seiner Band Die Felsen am Start, er kann also mit Fug und Recht als alter Hase in der Musikbranche bezeichnet werden. Glaubt man seiner Erzählung, so fand Gringo während der Klausur in einer einsamen Hütte nahe Freiburg zum Schreiben originär pfälzischen Liedguts. Seitdem scheint es nur noch in eine Richtung zu gehen. Und zwar nach vorn beziehungsweise nach oben! Vor allem hat das mit seinen Konzerten zu tun. Entsprechend seiner Selbsteinschätzung als Unterhaltungskünstler spielt er seinem Publikum einen Entertainer in leichter Schieflage vor, dessen Lieder massig Refrains zum Mitsingen und Austoben beinhalten und trotzdem genügend Ecken und Kanten aufweisen, dass man sich nicht schämen muss für sein Geld.

In Interviews outet er sich gern als Fan der sogenannten Hamburger Schule (Blumfeld, Tomte) und österreichischer Popmusik, wie sie von Wolfgang Ambros begründet wurde und wie sie aktuell beispielsweise Voodoo Jürgens grenzübergreifend unter die Leute bringt. Wer mag, kann beides als Referenz aus seiner neuen Platte heraushören, zusätzlich zu allen möglichen Stilblüten inklusive Klezmer- bzw. Ska-Anklängen – wie es heutzutage bei vielen Acts in Mode ist. Dass dieser eklektizistische Mischmasch Gringo Mayer nicht um die Ohren fliegt, darf man getrost seiner Persönlichkeit bzw. der Erdung seiner Kunstfigur im Blues zuschreiben. Bei Stücken wie „Jeddi“ kommt zudem jenes Quäntchen Glück ins Spiel, das aus guten Songs etwas Besonderes macht. Da geht es um Fremdenfeindlichkeit und wie jemand eine Haltung einnimmt, als wäre er genau jener Knastbruder, für den ihn alle halten. Dass die Darbietung nicht wie eine sozialdemokratisch angehauchte Moritat rüberkommt, hat wiederum vor allem damit zu tun, dass Gringo Mayer seine Verse eher rappt als singt – und dabei jene für den Landstrich so typische Verhaltensmixtur aus Bräsigkeit und Aufsässigkeit optimal zum Einsatz bringt. (Thomas Koppenhagen)

Une revisitation symphonique

Damit am Ende das Richtige unter dem Baum liegt

Le deuxième conseil musical du Tageblatt vient de la musique classique: „Métamorphose“ de Bernard Lavilliers. Bernard Lavilliers, qui se produira le 21 avril 2024 à la Philharmonie Luxembourg, fait partie de cette catégorie d’artistes ayant réussi à faire ce qu’il y a de plus dans leur métier: durer et savoir se renouveler au fil des années et, dans son cas, au fil des décennies. Celui qui est décrit comme un „baroudeur“ (de 77 ans!) parvient encore à se métamorphoser, comme en témoigne son dernier opus, „Métamorphose“, un double album symphonique en forme de „best of“ dans lequel Lavilliers revisite, de façon très travaillée, son propre répertoire. Cet album satiné, propice au voyage, s’accompagne d’„Ecrire sur place“ (éditions des Equateurs), carnet de cet infatigable arpenteur de notre monde.

Pour le dire d’emblée, le second volet de cet album, l’enregistrement d’un ancien concert consacré à Léo Ferré, s’avère être des plus classiques dans son approche orchestrale, et présente peut-être un intérêt moindre, comparé à la démarche de revisitation musicale à laquelle se livre le chanteur stéphanois – soulignant, une fois de plus, qu’il sait faire preuve d’une grande subtilité s’agissant des nuances musicales. Bernard Lavilliers a en effet parcouru les continents, des Etats-Unis – où il a vécu – au Brésil. Tous ses voyages ont tissé la trame musicale de chansons aux influences multiples, dans lesquelles il aiguise sa plume et sa voix pour dénoncer un certain nombre de dysfonctionnements de notre planète, en particulier ceux du monde ouvrier et des oppressés de tous horizons.

Par ailleurs, qu’on la rattache à Ovide ou à Kafka, par exemple, la métamorphose est étymologiquement le processus caractérisé par un „changement de forme“, en l’occurrence de forme musicale: avec sa voix chargée d’émotion et d’apaisement, Lavilliers, qui procède à une métamorphose symphonique, propose des chansons qui se recréent non seulement avec le vécu d’une vie, mais encore avec l’ampleur d’un orchestre. Il est vrai qu’avec cinquante musiciens, il parvient à offrir à son public une couleur et un son plus importants. L’on pourra ainsi apprécier treize chansons (connues et moins connues) reprises dans cet album (parmi lesquelles figurent „On the Road again“, „O Gringo“, „Les Mains d’or“, la très rock ’n’ roll „Traffic“ que nous ne pouvons que recommander), ainsi qu’une quatorzième chanson, „La bandiera rossa“, titre écrit, il y a vingt ans, pour Serge Reggiani, dont les paroles résonnent encore dans le monde d’aujourd’hui: „Si aujourd’hui sous d’autres formes, ces temps reviennent/Comme autrefois, de quel côté tu te battras?“

En définitive, „Métamorphose“, en plus de témoigner de la créativité (symphonique) de Bernard Lavilliers livrant dans cet opus autant de frissons, d’émotions que de plaisirs des sens musicaux, pique la curiosité d’un public impatient de venir l’écouter en live au printemps prochain. (Franck Colotte)

Ein Stück Filmgeschichte 

Damit am Ende das Richtige unter dem Baum liegt

Humor braucht nicht unbedingt Worte. Das beweist der US-amerikanische Stummfilm-Komiker Raymond Griffith. Zwei restaurierte Spielfilme sind der Tageblatt-Geschenktipp für Filmliebhaber. Denn „Paths to Paradise“ (1925, Regie: Clarence Badger) und „You’d Be Surprised“ (1926, Regie: Arthur Rosson) liegen nun in qualitativ hochwertiger Restauration auf DVD/BluRay vor. Im Grunde ist der Komiker Raymond Griffith (1895-1957) bereits in den 1970er Jahren wiederentdeckt worden. Damals widmete der Filmhistoriker Walter Kerr in seinem Standardwerk „The Silent Clowns“ Griffith ein eigenes Kapitel, weil er, in deutlicher Abgrenzung zur zahlreichen Konkurrenz, eine ganz eigene Figur mit hohem Wiedererkennungswert entwickelt habe und damit Charlie Chaplin, Buster Keaton und Harold Lloyd, dem großen Komik-Triumvirat der Epoche, in nichts nachstehen würde.

Dass erst jetzt, nahezu 50 Jahre später, mit „Paths to Paradise“ (1925, Regie: Clarence Badger) und „You’d Be Surprised“ (1926, Regie: Arthur Rosson) erstmals zwei Filme mit Raymond Griffith als Star in qualitativ hochwertiger Restauration auf DVD/BluRay vorliegen, ist das Verdienst des Musikers und Filmhistorikers Ben Model. Er hat über Kickstarter das Projekt im Internet annonciert und über Spenden in Höhe von 18.000 Dollar finanziert. Der Titel „The Silk Hat Comedian“ der Veröffentlichung verweist auf Zylinder und Smoking, mit denen Raymond Griffith zumeist auf der Leinwand zu sehen war. Ohne Zweifel hat er diese Utensilien von seinem Kollegen, dem Franzosen Max Linder, übernommen, der übrigens im selben Jahr Selbstmord beging, als Griffiths Aufstieg zum Komödienstar begann.

Zwischen 1925 und 1927 drehte er für die Paramount-Studios in Hollywood zehn Filme mit seinem Namen über dem Titel – und wurde weltberühmt. Als er sich über das wahnwitzige Produktionstempo beschwerte, kam es zum Bruch mit der Paramount. Griffith ging daraufhin mit seiner frisch angetrauten Ehefrau, der Schauspielerin Bertha Mann, auf Weltreise. Ein Jahr später, nach seiner Rückkehr nach Hollywood, hatte der Tonfilm bereits Einzug gehalten und Griffiths Karriere als Filmstar war faktisch im Eimer. In den 1930ern arbeitete er als Produzent für die 20th-Century-Fox-Studios und zog sich am Ende des Jahrzehnts als wohlhabender Mann ins Privatleben zurück.

„Paths to Paradise“ (bei dem der letzte Akt verschollen ist) und „You’d Be Surprised“ sind beides Kriminalkomödien, wobei Raymond Griffith in der ersten als Trickbetrüger und in der zweiten als ermittelnder Staatsanwalt in einem Mordfall seine Auftritte meistert. Auffällig ist dabei, wie ausgefeilt er agiert, wie nuanciert er sein Spiel um immer neue Facetten erweitert. Ähnlich wie Chaplin und Keaton war Griffith eher von kleiner Statur und verfügte wie diese über eine phänomenale Körperbeherrschung. In slapstickartigen Einlagen weiß er immer wieder seine Vergangenheit als Zirkusartist auszuspielen. Und in Bezug aufs weibliche Geschlecht zeigt er sich keineswegs nur nebenbei als Charmeur der alten und somit auch immer selbstironischen Schule.

Dass ein wundervoller Darsteller derart lange ein Schattendasein in den Filmarchiven fristen konnte, sollte zumindest ansatzweise erklärt werden. Auffällig ist, dass sowohl Chaplin, Keaton und Lloyd ihren Klassiker-Status in einer Zeit erreichten, in der das Kino insgesamt eine Aufwertung erfuhr, indem man sich mit der Rede über den Autorenfilm literarischen Vorbildern anschloss. Lange standen Filmemacher wie François Truffaut etwa, die ihre eigenen Drehbücher inszenierten, hierarchisch über Regisseuren wie Howard Hawks, die als Angestellte im Hollywooder Studio-System ihre Filme realisierten. Ganz ähnlich verhält es sich im Vergleich zwischen dem Vertragsschauspieler Raymond Griffith und Charly Chaplin, Buster Keaton sowie Harold Lloyd, die auf dem Höhepunkt ihrer Karrieren ihre Filme selbst produzierten. Sowohl „Paths to Paradise“ wie „You’d Be Surprised“ zeigen, wie fragwürdig diese alte, immer noch wirkungsmächtige Unterscheidung ist. Die Paramount mag Raymond Griffiths Filme produziert haben, er selbst ist aber unzweifelhaft als Schöpfer seiner Filmrollen zu erkennen. (Thomas Koppenhagen)

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