Im Kino

Christopher Nolan modernisiert Homers „Odyssee“ – und bleibt dabei belanglos

Christopher Nolan löst mit seiner „Odyssee“ ein vermeintliches Paradox: eine werkgetreue Adaption, die den 2.700 Jahre alten Stoff gleichzeitig in die politische Aktualität übersetzt. Doch der mit Spannung erwartete Film bleibt zwischen Kitsch und Krieg, Starpower und Überwältigungskino erstaunlich belanglos.

Der ewige Heimkehrer: Mit der Besetzung von Matt Damon als Odysseus spielt Regisseur Christopher Nolan auch mit der Rollenbiografie seines Stars

Der ewige Heimkehrer: Mit der Besetzung von Matt Damon als Odysseus spielt Regisseur Christopher Nolan auch mit der Rollenbiografie seines Stars Foto: Universal Studios

Eigentlich wollte er immer einfach nur nach Hause. Christopher Nolan und die „Odyssee“, die berühmten Irrfahrten des griechischen Helden Odysseus, das scheint, wie man im Englischen so schön sagt, ein „match made in heaven“ zu sein, eine himmlische Paarung. Denn eigentlich schleicht der Regisseur schon sein ganzes künstlerisches Leben um diese Geschichte herum. Die Heimkehr, zentrales Motiv der „Odyssee“, ist auch ein Fixstern in Nolans Oeuvre. Vom Finale seiner „Batman“-Trilogie über die Astronauten in „Interstellar“ bis zu den britischen Soldaten in „Dunkirk“. Immer wieder inszenierte der Brite bildgewaltige Varianten einer großen Rückkehr – in die Familie, die Nation, die Menschheit.

Anspielungen und Reminiszenzen an griechische Mythologie ziehen sich durch fast alle seine Filme, von seinem Durchbruch „Memento“ (2000) bis zu seinem kommerziell größten Erfolg „Oppenheimer“ (2023). Wie Sisyphos in der Unterwelt immer und immer wieder denselben Felsen einen Berg hinaufrollt, kämpft Leonard Shelby in „Memento“ unermüdlich gegen das unausweichbare Vergessen. Der Protagonist aus „Tenet“ ist ein Orpheus, der zurückblicken muss, um die Welt vor der Katastrophe zu bewahren. Und J. Robert Oppenheimer, Vater der Atombombe, ein moderner Prometheus.

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