Merkwürdiges Spiel in Monnerich

CSV und DP machen weiter, Christine Schweich jetzt doch nicht DP-Ratsmitglied

Christine Schweichs geplanter Wechsel von der LSAP zur DP in Monnerich schlägt weiter hohe Wellen. In Monnerich wird die ehemalige Bürgermeisterin allerdings nicht in die Reihen der demokratischen Partei aufgenommen. Somit wurde am Mittwoch beschlossen, dass CSV und DP in der Südgemeinde weiter regieren. Eine Zusammenfassung.

Die Sache ist nicht gegessen. Christine Schweich, ehemalige LSAP-Bürgermeisterin von Monnerich, wird als parteiloses Mitglied im Gemeinderat der Südgemeinde sitzen. Im Raum steht die Frage, ob sie bei den Landeswahlen für die DP antreten wird. 

Die Sache ist nicht gegessen. Christine Schweich, ehemalige LSAP-Bürgermeisterin von Monnerich, wird als parteiloses Mitglied im Gemeinderat der Südgemeinde sitzen. Im Raum steht die Frage, ob sie bei den Landeswahlen für die DP antreten wird.  Foto: Editpress-Archiv

Jeannot Fürpass will keine Koalition mit der DP, wenn Christine Schweich für diese Partei im Gemeinderat sitzt. Das sagte der Bürgermeister von Monnerich am Dienstag im RTL-Interview. Auf Nachfrage hin bestätigt er seine Aussage und erklärt.

Die CSV in Monnerich, so Jeannot Fürpass, habe hart gearbeitet, um das Vertrauen der Menschen in der Gemeinde zu gewinnen, dies würde man jetzt nicht aufs Spiel setzen wollen. Man stehe für klare Aussagen, Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit. Vor allem für Anstand, vulgo für eine gute Umgangsform, gibt der CSV- Bürgermeister zu verstehen.

Ein No-Go

Gegen diese Prinzipien habe Christine Schweich verstoßen. In vielerlei Hinsicht. Entscheidend sei aber, dass die Ex-LSAP-Politikerin als Spitzenkandidatin ihrer Ex-Partei angetreten sei und wenige Tage nach der Kommunalwahl das Handtuch warf. Jeannot Fürpass ist ein Mensch, der seine Worte sorgfältig wählt, er wirkt nicht wie jemand, der auf Krawall gebürstet ist. Im Falle Schweich bleibt er höflich. Trotzdem sagt er unmissverständlich, dass Schweich und DP ein No-Go seien.

Die Entscheidung von Christine Schweich sei einfach zu nahe an den Kommunalwahlen. Fürpass drückt aus, was viele sagen und schreiben, nämlich, dass es kaum nachvollziehbar bleibt, wie jemand Spitzenkandidatin wird und dann entdeckt, nicht mehr auf einer Linie mit der Partei zu liegen.

Die CSV, so kann man Fürpass verstehen, möchte sich nicht Komplizin machen mit einer Sache, die nicht in Ordnung sei. Dass höhere DP-Kreise das Wechselspiel von Schweich abgesegnet, gar gefördert haben, möchte Fürpass nicht bestätigen, kann er wohl aber auch nicht dementieren.

CSV und DP haben am Mittwoch beschlossen, weiterzumachen. Bedingung dafür war, so Fürpass, dass die DP angenommen habe, dass Christine Schweich nicht für ihre Partei im Gemeinderat sitze, sondern einzig und alleine als unabhängiges Ratsmitglied.

Ganz ausgegoren wirkt die Sache nicht. Eine Antwort darauf, ob Schweich denn nun Mitglied der DP sei oder nicht, gibt es nicht. Auch nicht darauf, ob sie dann als DP-Mitglied als unabhängige Rätin im Gemeinderat gelten könne. Vor allem aber gibt es keine Antwort darauf, ob Schweich als Kandidatin auf der DP-Süd-Liste antreten dürfe. Denn damit wäre sie letztendlich parteipolitisch auch im Gemeinderat gebunden. Jeannot Fürpass scheint das im Moment nicht zu interessieren. Er könne niemandem verbieten, auf der Liste welcher Partei auch immer bei den Landeswahlen zu kandidieren.

Irgendwie reicht das nicht, um den Hunger der interessierten Öffentlichkeit zu stillen. Entweder weiß Bürgermeister Fürpass jetzt schon, dass die DP Christine Schweich nicht mit auf die Bezirksliste Süden nimmt, sagt es aber nicht. Oder es ist ihm egal. Letzteres wäre schlimm und Augenwischerei. 

Sollte Christine Schweich nun trotzdem auf der DP-Liste für die Chamberwahlen vertreten sein, wird weder der Bürgermeister noch die CSV oder sonst jemand in Monnerich die Geschichte der Unabhängigkeit einer abtrünnigen LSAP-Frau erzählen können. Das wäre dann mehr als Täuschung des Wählers und daran wäre dann auch die CSV beteiligt, die jetzt so sehr auf Transparenz und Ehrlichkeit pocht. Wir werden sehen.

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