Extremer Regen über Luxemburg
CGDIS meldet insgesamt 392 Einsätze – Hochwasser-Warnung für den Süden auf Stufe Orange herabgesetzt
Aufgrund starker Regenfälle mussten die Rettungskräfte in der Nacht 298-mal ausrücken. Verletzt wurde bisher niemand. Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden.
Seit Montagabend wird Luxemburg von teilweise sehr starken Regenfällen heimgesucht
Unwetter mit starken Regenfällen halten die Einsatzkräfte in Luxemburg seit Montagabend auf Trab. Innerhalb weniger Stunden fielen mancherorts weit über 100 Liter pro Quadratmeter – Spitzenwerte wurden in Livingen und Mersch gemessen, Walferdingen registrierte bis zu 90 l/m².
Am Dienstagmorgen haben die Behörden den Unwetteralarm für den Norden aufgehoben. Für den Süden galt jedoch weiterhin: Alarmstufe Rot. Erst gegen 14 Uhr haben MeteoLux und die Hochwasservorhersagezentrale ihre Alarmstufe für den Süden auf Orange heruntergesetzt. Demnach bestehe dort aber weiterhin Risiko auf „geringes Hochwasser, welches lokal zu Überschwemmungen und Schäden führen kann“, wie aus dem Bericht des Wetterdienstes hervorgeht. Um 17 Uhr hat die Hochwasservorhersagezentrale die Alarmstufe für den Süden Luxemburgs für Hochwasser aufgehoben.
„Obwohl sich die Wetterlage allmählich verbessert, könnten die Pegelstände einiger Flüsse in den nächsten Stunden noch leicht ansteigen“, meldet der „Poste de commandement opérationnel commun“ (PCO-C) in einer Pressemitteilung am Dienstag gegen 13 Uhr. Die Pegelstände der Alzette seien weiterhin auf einem hohen Level, was auch noch einige Stunden anhalten werde, bevor ein allmählicher Rückgang einsetze.
Dauerregen und Starkniederschläge
Der Dauerregen und intensive lokale Starkniederschläge in der Nacht hätten im Süden zu einem sehr schnellen Anstieg der Wasserstände im Süden und vor allem im Zentrum geführt, schreiben die Hydrologen der „Administration de la gestion de l’eau“ am Dienstag um 8 Uhr. An der Alzette sei in der Nacht in Pfaffenthal und Steinsel die rote Alarmschwelle überschritten worden. Die Wasserstände sollen aber „im Laufe des Tages“ zurückgehen.
Im Nationalen Krisenzentrum in Senningen war am Montagabend ab 23.30 Uhr der „Poste de commandement opérationnel commun“ (PCO-C) zusammengetreten. Der Krisenstab bei starken Unwettern und Überschwemmungsgefahr setzt sich aus Vertretern des CGDIS, der Polizei, MeteoLux, der Wasserverwaltung, der „Ponts et chaussées“ sowie des Hochkommissariat für den Zivilschutz zusammen.
800 Notrufe, 392 Einsätze
Bis 13 Uhr früh zählte der CGDIS insgesamt 392 Einsätze und 856 eingegangene Notrufe (Stand 5 Uhr). 24 Gemeinden waren betroffen – darunter Luxemburg-Stadt, Bettemburg, Hesperingen, Mondorf, Walferdingen und Mersch. Die meisten Einsätze betrafen überschwemmte Straßen und Keller sowie Gegenstände, die die Straße blockieren. Rund 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Zwölf Personen mussten vom CGDIS gerettet und drei umgesiedelt werden. Über Verletzte gibt es bislang keine Berichte.
Unerwartet kam die Wetterlage nicht. „Es kam im Grunde auch so, wie die Wetterlage gemeldet worden war – genau die Einsätze, auf die wir uns vorbereitet hatten“, erklärte Colonel Tom Barnig vom CGDIS am Dienstagmorgen im RTL-Interview.
Polizei und Straßensperren
Die Polizei musste in der Nacht 30-mal ausrücken, 70 Notrufe gingen über 113 ein. Bei den meisten Meldungen habe es sich um Wasser oder Hindernisse auf der Straße gehandelt. Es sei allerdings zu einigen Unfällen gekommen, bei denen Verkehrsteilnehmer leichte Verletzungen davontrugen, da sie sie Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren hatten, wie aus dem Polizeibulletin vom Dienstag hervorgeht. In den meisten Fällen sei es jedoch beim Materialschaden geblieben.
Auch die „Ponts et chaussées“ standen unter Druck: 47 Meldungen gingen wegen Überflutungen oder umgestürzter Bäume ein. Doch rund fünfzig Streckenabschnitte seien von den Unwettern betroffen gewesen – die meisten davon in der Umgebung von Luxemburg-Stadt, wie der PCO-C meldet. Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden. Die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen wurde auf 70 km/h herabgesetzt, wie der CITA am Dienstagmorgen meldete.
Diese Straßen sind gesperrt (Stand Dienstag 14.26 Uhr)
CR158 Léiweng - Roeser
CR345 Ettelbréck - Grenzen
CR134 Betzder - Ouljen
CR102 Schëndels - Miersch
CR118 Miersch-Angelsbierg
(Quelle: ACL)
Der Parking Deich sowie die Ebene -1 des Parkhauses in Ettelbrück sind derzeit wegen des Hochwasserrisikos gesperrt, wie die Stadt Ettelbrück am Dienstagmorgen mitteilt.
Trotz der enormen Regenmengen gab es keine weitreichenden Überschwemmungen, wie das Wasserwirtschaftsamt mitteilte. Die Böden und die Vegetation nahmen große Mengen Wasser auf. Rote Hochwasseralarmstufen wurden bisher in Pfaffenthal und Steinsel überschritten.