Sicherheit
Bürgermeister Dan Biancalana: Lokalpolizei patrouilliert ab Juni in Düdelingen
Mehr Präsenz im Stadtzentrum, vier zusätzliche Beamte und Fokus auf Prävention: Ab dem 1. Juni bekommt Düdelingen eine Lokalpolizei. Bürgermeister Dan Biancalana erklärt dem Tageblatt, warum die Stadt die Einheit benötigt.
Luxemburgs viertgößte Stadt Düdelingen bekommt ab Juni eine eigene Lokalpolizei. Bürgermeister Dan Biancalana erklärt, warum das nötig ist Foto: Editpress/Alain Rischard
Das Innenministerium hat grünes Licht gegeben: Ab dem 1. Juni wird in Düdelingen eine Lokalpolizei im Einsatz sein. Das hat die Gemeinde am Freitag in einer Pressemitteilung angekündigt.
Warum benötigt Düdelingen eine Lokalpolizei? „Nähe, Prävention und die verstärkte physische Präsenz im öffentlichen Raum sind sehr wichtig“, sagt Bürgermeister Dan Biancalana (LSAP) gegenüber dem Tageblatt. Die Polizei müsse ansprechbar sein. Das entspreche auch dem Gedanken des „Community Policing“ – also einer bürgernahen Polizei. „Ich hoffe, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht zögern, die Lokalpolizisten anzusprechen.“
Die neue Einheit werde nicht zulasten des bestehenden Personals aufgebaut, betont der Bürgermeister. Es handle sich um zusätzliche Kräfte. Nach Angaben Biancalanas sollen vier zusätzliche Beamte eingesetzt werden.
Wo kommt die Lokalpolizei zum Einsatz?
Das Gesetz sieht vor, dass die Einsätze auf stark frequentierte Gebiete begrenzt sind. In Düdelingen reicht das vorgesehene Areal vom Bahnhof Dudelange-Ville über den Parc Émile Mayrisch, den Stadtkern, den Shared Space, die Rue du Commerce und die Rue de la Libération bis zum Kulturzentrum „opderschmelz“ (CCRD) und dem Centre national de l’audiovisuel (CNA). Im Westen bildet die CFL-Bahnstrecke die Begrenzung des Einsatzgebiets.
Ein zweites Kriterium seien Orte, an denen häufiger Straftaten registriert würden. „Das ist oft bei den zentraleren Punkten, also auch in diesen Arealen“, sagt Biancalana. In Düdelingen sei das wie in anderen Städten vor allem der Stadtkern.
Kritiker könnten einwenden, dass eine Lokalpolizei Düdelingen als unsichere Stadt erscheinen lässt. Dies weist Biancalana zurück. Bei anderen großen Städten würden mehr Straftaten registriert werden. „Düdelingen ist als viertgrößte Gemeinde keine Insel, aber es ist keine Gemeinde, in der viel Kriminalität stattfindet“, sagt der Bürgermeister. Trotzdem gebe es auch ein subjektives Sicherheitsgefühl. „Das ist extrem volatil, jeder empfindet das anders.“
Positives Fazit der Politiker
Bisher haben Luxemburg-Stadt, Esch und Differdingen eine eigene Lokalpolizei. Die Ost-Gemeinden Mertert und Grevenmacher teilen sich eine Einheit. „Das Feedback ist dort eher positiv“, sagt Biancalana.
Die LSAP war während der ersten Diskussionen über eine mögliche Lokalpolizei eher kritisch. Trotzdem hat die Partei am 16. Oktober 2025 in der Abgeordnetenkammer für den Gesetzestext gestimmt. „Ursprünglich sollte es eine separate Einheit sein, die dem Bürgermeister untergeordnet sei. Jetzt ist es etwas ganz anderes“, sagt Biancalana. Die Bürgermeister haben keine Weisungsgewalt, die Einheit bleibt Teil der nationalen Polizei.
Die Einführung der lokalen Polizeieinheit soll zudem in den derzeit ausgearbeiteten lokalen Sicherheitsplan aufgenommen werden.