Esch

Bürger des „Quartier Neiduerf“ teilten bei Generalversammlung ihre Anliegen mit

Die Einwohner des „Escher Neiduerf“ suchten am Donnerstagabend bei ihrer Generalversammlung das Gespräch mit den Gemeindeverantwortlichen. Sie klagten vor allem über Verkehrsprobleme und die „Francofolies“. Bürgermeister Weis stand Rede und Antwort.

Mitglieder des Interessevereins Quartier Neiduerf bei Abendtreffen am Donnerstag im Gemeinschaftsraum

Der „Interesseveräin Quartier Neiduerf“ traf sich am Donnerstagabend Foto: Editpress/Didier Sylvestre

Der „Interesseveräin Quartier Neiduerf“ lud am Donnerstagabend zur jährlichen Generalversammlung ein. Unter anderem Bürgermeister Christian Weis (CSV), Schöffe Bruno Cavaleiro (CSV) und ein Vertreter der Polizei waren vor Ort, um den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger Rede und Antwort zu stehen. Rund 30 „Doléancen“ wurden vom Interessenverein vorgetragen, teilweise „vun der Long op d’Zong“.

Zahlreiche davon betreffen die Verkehrssituation im Viertel. Ehrenpräsident Georges Weissen bedauerte beispielsweise, dass der obere Bereich der rue du Stade zu einer Rennstrecke geworden sei: „Et ass zwar Tempo 30 virgesinn, mee bei der Opfaart goufe 65 km/h gemooss, a bei der Offaart souguer 87 km/h.“ Zudem müsse die Straße, die stark von Lastwagen und Bussen beansprucht werde und zahlreiche Schäden aufweise, endlich erneuert werden. Bürgermeister Weis sagte dazu, dass eine Sanierung in den nächsten zwei Jahren unwahrscheinlich sei, da im Dieswee bald Arbeiten anstünden: „Wa mir do d’Strooss zoumaachen a gläichzäiteg an der rue du Stade Aarbechte maachen, da kommen d’Leit net méi op de Gaalgebierg erop an net méi erof.“ Auch ein zusätzlicher Halt des „Gaalgebus“ in Höhe der Brücke wurde gefordert. Diese Option werde von der Gemeinde überprüft, so Weis.

Er ging zudem auf die mehrfach wiederholte Anfrage ein, einen Verkehrsspiegel an der Kreuzung zur rue André Koch anbringen zu lassen: „Ech kann iech soen, dat kënnt dir och nach dat nächst Joer schreiwen, an dat Joer drop – wann op nationalem Niveau d’Reglementatioun net sou geännert gëtt, dass an 30er-Zone keng Spigelen dierfen amenagéiert ginn, da wäerte mir dat och net op där Plaz kënne maachen.“

Im Laufe des Abends beklagten mehrere Einwohner die Poller in der rue de Schifflange. Christiane Koehnen-Boeres wetterte in ihrem Vortrag vor allem gegen unzumutbare Parkzustände im Dieswee und in der rue André Koch. Und: „Wat ech ganz schlëmm fannen, ass de Graffiti. Dee gëtt ëmmer méi rëffeg a knaschteg. Et gëtt dobäi gepisst, et gëtt dobäi geschass. De Graffiti ass schwaarz.“ Sie forderte anschließend ein Treffen mit Gemeindeverantwortlichen, die ihre Sorgen verstehen würden.

Marianne Volz, Christian Weis und Georges Weissen bei Abendveranstaltung am Donnerstag, Gesprächssituation im Fokus

Marianne Volz, Christian Weis und Georges Weissen am Donnerstagabend Foto: Editpress/Didier Sylvestre

Ein Dauerthema: „Francofolies“

Das Abhalten der „Francofolies“ auf dem „Gaalgebierg“ ist dem Interessenverein seit Jahren ein Dorn im Auge. Dementsprechend wurde die Veranstaltung auch am Donnerstagabend wieder kritisiert. „Et gëtt einfach virugefuer. Mir stellen eis d’Fro, ob d’Leit aus dem Neiduerf net zielen?“, sagte Weissen. Der Bürgermeister stellte daraufhin klar, dass das Festival bleibt: „Well mir mengen, dass d’Francofolies en Atout fir d’Stad Esch sinn a vill Leit dru Freed hunn, souguer aus dem Quartier Neiduerf.“ Erst wenn die Besucherzahlen deutlich sinken und eine Mehrheit der Escher sich gegen das Festival stellen würden, halte Weis ein Ende der „Francofolies“ für denkbar. Er erinnerte zudem daran, dass seit den 80er Jahren zahlreiche Konzerte auf dem „Gaalgebierg“ stattgefunden haben. „Dir hutt esou eng Chance, de schéine Gaalgebierg bal als äre Gaart ze hunn, deelt en eng Woch am Joer mat jidderengem, dat ass e gudden Deal.“

Dies wollte die Präsidentin des Interessenvereins, Marianne Volz, allerdings nicht so stehen lassen: „Et ass jo net de Festival selwer. Et ass dat, wat ronderëm ass, dass mir dräi bis véier Woche virdrun emmerdéiert ginn.“ – „D’Aarbechte sinn tatsächlech zwou Woche virdrun, mee wa mir dat net maachen, ass och kee Festival do“, sagte Weis.

Er bedankte sich schließlich bei den Einwohnern für die Beanstandungen: „Mir sinn als Stad Esch frou, dass mir Interesseveräiner hunn an dass et nach Leit gëtt, déi sech zesummendinn, sech fir hir Matbierger am Quartier engagéieren, Doléance sammelen an déi un eis viruginn.“ Dann fügte er hinzu: „Och wann ee sech heiansdo eng Ausso muss gefale loossen, déi net appropriéiert war.“

Bürgerinnen und Bürger diskutieren engagiert mit Gemeindeverantwortlichen bei öffentlicher Versammlung

Die Bürgerinnen und Bürger waren an der Diskussion mit den Gemeindeverantwortlichen interessiert Foto: Editpress/Didier Sylvestre

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