Kunstecke
Breit angelegte Hommage an Michel Majerus
Als am 6. November 2002 die Nachricht vom Flugzeugunglück in der Redaktion des Kulturradios 100,7 (wo der Autor damals tätig war) eintraf, ging es zwar vordergründig um das scheinbar misslungene Landesmanöver einer Maschine der nationalen Fluggesellschaft, die vielen Toten und Verletzten, doch bald hieß es, unter den toten Passagieren war auch der junge Luxemburger Künstler Michel Majerus.
Michel Majerus: „What looks good today may not look good tomorrow“, 2000, Acryl auf Baumwolle, 303 x 341 cm (© Michel Majerus Estate, 2022, The Museum of Modern Art, New York, Gift of Mr. and Mrs. Werner E. Josten (by exchange)) Foto: Jens Ziehe
Viele kannten nicht mal seinen Namen, etwa nach dem Motto „Nul n’est prophète en son pays“. Majerus war zu dem Moment in der heimischen Kunstwelt noch ein Insider-Tipp. Einer interessierten Öffentlichkeit wurde er durch seine Teilnahme an Manifesta II, die mustergültig von Enrico Lunghi und dem „Casino Luxembourg – forum d’art contemporain“ 1998 organisiert worden war, bekannt. Bis zu seinem Tode war Michel Majerus, der in Berlin lebte und arbeitete, vorwiegend auf internationaler Bühne ein Begriff.