Lust zu lesen
Bin ich bei allen Reisen tatsächlich unterwegs?
Was treibt uns in die Ferne? Gibt es richtiges und falsches Reisen? Und was hat das mit Identität zu tun? Die beiden Schriftstellerinnen Felicitas Hoppe und Indra Wussow haben eine Fahrt in die Fragen, die das Unterwegssein stellt, unternommen. Guy Helminger ist ihnen nachgereist.
Felicitas Hoppe / Indra Wussow – Unreisen Foto: Verlag
Der Titel „Unreisen“ deutet es an: So schön das Entdecken fremder Länder auch sein mag, wer sich der Mühe unterwirft, zu fragen, was er da macht, wenn er ein Flugzeug besteigt, um in der Ferne zu landen, den beschleicht ein Unwohlsein. Und das hängt nicht nur am ökologischen Fingerabdruck, den jeder von uns hinterlässt, sondern auch an immanenten Fragen, die scheinbar auf der Hand liegen, die aber kaum jemand stellt. Zum Beispiel, wem das Reisen nutzt. Habe nur ich etwas davon oder auch die Menschen, die ich besuche? Ist die Tatsache, dass ich mit Geld bezahle, weil ich es mir leisten kann, nicht eine Form von modernem Kolonialismus? Ist diese Nutzenkalkulation überhaupt angebracht?