Düdelingen
Aufnahmestopp wegen Überlastung: Wildtierstation stößt erstmals an Grenzen
Zum ersten Mal muss die Auffangstation für Wildtiere in Düdelingen wegen Überlastung schließen. Neue Tiere können derzeit nicht aufgenommen werden.
Die Wildtier-Pflegestation in Düdelingen musste wegen des hohen Zuwachses an Tieren der vergangenen Tage vorübergehend schließen Foto: Editpress-Archiv/Isabella Finzi
Die Wildtierstation in Düdelingen nimmt vorübergehend keine Tiere mehr auf. Nach der extremen Hitze der vergangenen Wochen ist die Station überlastet – zu viele Patienten wurden während der heißen Tage dort abgegeben.
Hitzewelle mit Folgen
„Für uns war das eine Premiere“, sagte Direktor Georg Xander am Dienstag gegenüber dem Tageblatt. Noch nie zuvor musste die Station wegen Überlastung schließen. Hitzephasen gebe es jedes Jahr, doch diese seien normalerweise auf wenige Tage beschränkt. „Und plötzlich sind es eineinhalb bis zwei Wochen“, so Xander. Gewisse Arten könnten eine derartige Hitze nicht vertragen, etwa Vögel in der Brutzeit oder während der Aufzucht ihrer Jungen.
Besonders der Mauersegler bereitet der Station viel Arbeit. Derzeit werden dort fast dreimal so viele Tiere dieser Art versorgt wie üblich. „Der Mauersegler verlässt bei großer Hitze das Nest – er springt heraus, sitzt auf dem Boden, wird nicht mehr von den Eltern gefüttert und verwahrlost“, sagte Xander. 120 Tiere würden aktuell in Düdelingen betreut. Dazu kommen unter anderem Falken, Schwalbenarten und Sperlinge. „Plötzlich bekommen wir 20 bis 30 Vögel an einem Tag, das sprengt alle Ressourcen.“
Schließung als letzter Ausweg
Denn die Mitarbeiter kümmern sich auch um andere Patienten. Dazu gehören junge Füchse, Fledermäuse, Laufenten, Schildkröten und Kaninchen. Fast 2000 Tiere befinden sich aktuell insgesamt in der Pflegestation. „Jedes Maul muss gestopft werden – mehrmals am Tag“, so Xander.
Eine Schließung ist laut Xander immer der „allerletzte Schritt“. Bereits vorher würden Maßnahmen eingeführt, um die Zahl der neuen Tiere zu reduzieren. In diesem Fall sei sie jedoch notwendig gewesen. Alle anderen Pflegezentren der Großregion hätten bereits vor ein bis zwei Wochen die Aufnahmen gestoppt. „Dadurch haben wir noch mehr Zufluss bekommen“, sagte Xander. Irgendwann sei eine kritische Menge erreicht.
Aufnahmestopp bis auf Weiteres
Wann genau die Wildtierstation wieder öffnet, ist aktuell nicht klar. „Wir sehen zu, von Tag zu Tag den Rückstand aufzuholen, um so bald wie möglich wieder für neue Tiere gewappnet zu sein“, sagte Xander.