Kultur-News
Auf zur Mudam-Akademie, mit Jean Asselborn nach Leipzig oder mit Focuna zurück ins Jahr 1982
Das Tageblatt fasst ausgewählte News aus der Kulturszene zusammen und präsentiert Events, die sich Kunstfans nicht entgehen lassen sollten – und das im „Häppchen“-Format.
Symbolbild: Ausgewählte Kulturnews und Events im Überblick Foto: Pexels
ZITAT DER WOCHE
D’Situatioun am Iran ass aktuell weider oniwwersiichtlech (...) Dofir ass et nach schwéier anzeschätzen, wat d’Konsequenzen um Terrain genee wäerte sinn, dat esouwuel fir d’Biergerinnen a Bierger, wéi och fir d’Kulturschafend ënnert hinnen. Et dierf een och net vergiessen, datt bis ewell kee Regimmwiessel am Iran stattfonnt huet an d’Auswierkunge vum Konflikt net kloer sinn, soulaang d’Situatioun an d’Aarbechtsbedingungen notamment vun de Kulturschafenden am Iran, grad ewéi d’Hürde fir Zesummenaarbechte mam Ausland nach déi selwecht sinn. Et wier dowéinst och net just schwéier, mee och verfréit, fir ze evaluéieren, wou a woufir Hëllefsgelder konkret néideg wieren.
Das Kulturministerium reagiert auf die Nachfrage des Tageblatt, ob es Hilfsgelder an Kunstschaffende aus dem Iran vergibt – immerhin beteiligt sich Luxemburgs Filmbranche regelmäßig an iranischen Koproduktionen
EVENT Mittwochs zur Mudam-Akademie
Seit Oktober läuft im Pei-Museum wieder die Mudam-Akademie. Anhand von konkreten Beispielen, meist aus der eigenen Sammlung, sowie mittels Konferenzen eines Kunstexperten werden interessierte Kunstliebhaber in die Geschichte der modernen und zeitgenössischen Kunst eingeführt. Wer wenigstens 70 Prozent der angebotenen Kurse besucht, hat Anrecht auf ein Zertifikat. Für Neueinsteiger ist es dafür in der laufenden Saison zwar zu spät, doch bleiben fünf spannende Kurse bis zu den Sommerferien. Am 11. März geht es mit Hinweisen auf die nächste Woche eröffnende Schau „A Whole New World“ von Simon Fujiwara um die Darstellung im Zeitalter der neuen Medien: Fiktion, Bild und Kultur auf dem Schirm stehen im Fokus.
Am 15. April gibt es Erläuterungen zu der mit einem Werk der Luxemburgerin Berthe Lutgen letzte Woche gestarteten Reihe „Seven Paintings – Seven Encounters“ rund um das Thema „Die Malerei nach der Malerei: Gesten, Materie, Erzählungen“, derweil am 13. Mai die „Performance-Kunst“ mit „PIT – Perform Inform Transform“ auf der Agenda steht. Am 10. Juni stellt sich Generaldirektorin Bettina Steinbrügge einem Interview mit der Akademie und äußert sich anhand von Joye Jouma zu den Problemfeldern „Zeitgenössische Kunst und Forschung in unserem Zeitalter“ und am 8. Juli geht es mit dem Hinweis auf Ana Vaz um die Zukunft (Kunst, Ökologie und Weltgestaltung), kurzum: wie man sich diese vorstellen könnte.
Die aktuelle Saison der Mudam-Akademie hat die Kunsthistorikerin Fanny Weinquin konzipiert, auch führt sie diese Konferenzen persönlich durch. Besagte Kurse finden jeweils ab 18.00 Uhr, falls nicht anders vermerkt, statt. Die Sprache wechselt, mal ist es Luxemburgisch, mal Französisch oder Englisch. Einzelne werden gar hintereinander in zwei Sprachen angeboten. Einschreibungen via visites@mudam.com, da es für Jahresabos zu spät ist. (fw)
BUCHMESSEN Luxemburgs Literaturszene in Leipzig und Brüssel vertreten
Luxemburgs Literatursektor ist im Frühjahr auf der Leipziger (19. bis 22. März) und auf der Brüsseler Buchmesse (25. bis 29. März) anzutreffen. In Leipzig sind sieben (Black Fountain Press, capybarabooks, Editions Guy Binsfeld, Hydre Editions, Kremart Editions, Point Nemo Publishing, Zoom éditions), in Brüssel vier Verlagshäuser (Capybarabooks, Hydre Editions, Point Nemo Publishing, Zoom éditions) auf dem nationalen Stand vertreten. Der Luxemburger Manga-Verlag Kiwi E.L.G. hat bei der Brüsseler Buchmesse einen eigenen Tisch (Nummer 187, Gare Maritime).
Neben den Verlagshäusern beteiligen sich Luxemburger Schriftsteller und Schriftstellerinnen – und ein Politiker! – zudem am jeweiligen Rahmenprogramm. So reisen Elise Schmit, Nora Wagener, Chris Lauer und Jean Asselborn (LSAP) mit nach Leipzig. Der Ex-Außenminister Asselborn spricht mit Sebastian Krumbiegel und Michael Merten über das Buch „Jean Asselborn – Die Tour seines Lebens“ (19. März, 20.30 Uhr, Alte Handelsbörse). Schmit, Wagener und Lauer tragen bei „Leipzig Liest“ (20. März, 21 Uhr, im „die naTo“) aus ihren Werken vor. Schmit beteiligt sich zudem an dem Event „Les grandes histoires du passé“ (21. März, 10.30 Uhr, in der „buchbar“, Halle 4, Stand F200).
In Brüssel stehen die Luxemburger Autoren und Autorinnen Enrico Lunghi, Jessica Lopes und Charl Vinz bei „Vivre, se déplacer, disparaître: récits pour défier le futur“ (27. März, 19:00 Uhr, Scène 2 – Scène des Lumières, Foire du livre de Bruxelles) im Mittelpunkt. Ikuko Ikeda von Kiwi E.L.G. bietet hingegen das Atelier „Mon premier personnage manga“ für Kinder ab sechs Jahren an (28. März, 11 Uhr + 17 Uhr, Jardin d’enfants, Foire du livre de Bruxelles). (ispi)
JUBILÄUM Der „Fonds culturel national“ feiert eine Schnapszahl
Am 4. März 1982 wurde der „Fonds culturel national“ (Focuna) gegründet. Focuna nimmt unter anderem Sach- sowie Geldspenden entgegen. Er bietet mit Unterstützung privater Mäzen und der „Œuvre nationale“ auch Stipendien und Förderprogramme für Kulturschaffende an. Das Team nimmt den 44. Geburtstag zum Anlass, in einer Pressemitteilung auf die eigene Geschichte zurückzublicken.
44
Jahre gibt es den „Fonds culturel national“ bereits
Die Idee, einen Fonds einzurichten, geht auf den ehemaligen Premier- und Kulturminister Pierre Werner (CSV) zurück. Er soll die Notwendigkeit des Mäzenatentums für die Entwicklung des nationalen Kultursektors erkannt und dem Focuna, gemeinsam mit dem damaligen Finanzminister Jacques Santer (CSV), seine Mission verliehen haben: „susciter, structurer et encourager le mécénat culturel“ – und das, in einem transparenten Rahmen.

Das Logo zum Jubiläum des Focuna Quelle: Focuna
Heute kommen „crowdfunding“-Kampagnen hinzu, beispielsweise aktuell zur Restaurierung von Batty Webers Schreibtisch. Das Direktionskomitee, bestehend aus Jo Kox (Präsident), Danielle Igniti und Michelle Steichen, hebt im Presseschreiben die Bedeutung des langjährigen Bestehens hervor: „En célébrant cet anniversaire, nous mesurons le chemin parcouru et la responsabilité qui nous incombe. Soutenir le Fonds culturel national, c’est soutenir la créativité des artistes, et préserver la mémoire collective. C’est un engagement qui se construit dans la confiance, la transparence et la coopération multisectorielle.“ (ispi)
EXPO CAL Frühjahrsausstellung „The Window “
Seit ein paar Jahren organisiert der „Cercle artistique de Luxembourg“ (CAL) zusätzlich zu seinem Herbst-Salon noch eine thematisch gebundene Ausstellung im Frühjahr. Gestern war die Vernissage im „Tramsschapp“ für die Expo „The Window“, die noch bis zum 15. März dauert. Die neue Kuratorin Nathalie Lesure hat Werke von 38 Künstlern und Künstlerinnen ausgewählt, darunter bekannte Namen, aber auch Neulinge, wobei die angewandten Techniken der Auserwählten ganz unterschiedlich sind. Die Palette der Aussteller und Ausstellerinnen reicht von Dylan Akves Bento über Catherine Lorent oder Raphael Tanios bis zu Robert Viola und Mila Wolkenar. Andere Ausstellungen dieser Tage zeigen, dass so manche Kreative das „Fenster“ weit geöffnet haben, um frische künstlerische Luft in Galerien und Museen einzulassen. Die Schau ist am Wochenende von 10.00 bis 19.00 Uhr (außer am 15.3. nur bis 17.00 Uhr) und montags bis freitags von 14.00 bis 18.30 Uhr geöffnet. Einzelheiten zu den Führungen in Luxemburgisch und Französisch gibt es auf cal.lu. Zu der Ausstellung gibt es einen umfassenden Katalog.