Luxemburg als kreativer Knotenpunkt
Animationsfilm „My Love Affair with Marriage“ ist ein feministisches Feuerwerk
„Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht.“ Der Satz von Simone de Beauvoir wirkt wie ein Echo, das sich durch „My Love Affair with Marriage“ zieht – den neuen Animationsfilm der lettisch-amerikanischen Regisseurin Signe Baumane, der ab heute in Luxemburger Kinos läuft. Ein Film, der sich nicht mit Romantik zufriedengibt – sondern sie seziert. Und dabei eine radikale Frage stellt: Was, wenn das, was wir Liebe nennen, nur gelernt ist?
Drei Sirenen versuchen, Zelma, die Protagonistin des Filmes, etwas zuzuflüstern Foto: Screenshot „My Love Affair with Marriage“
Wenn Zelma, die Heldin von „My Love Affair with Marriage“, zum ersten Mal den Sirenen begegnet, klingt es wie ein Echo aus vergangenen Jahrzehnten: Drei Stimmen, die ihr zuflüstern, man müsse sich „vor allem, besonders vor Männern“ in Acht nehmen, dass gezupfte Augenbrauen und kurze Röcke angeblich einen reichen Mann anziehen, der sich um einen kümmert, und dass am Ende alles gut werde, solange eine Frau „ihre Kinder mehr liebt als ihren Ehemann“. Drei Harmonien, drei Regeln, die Frauen kleinhalten sollen.
Regisseurin Signe Baumane hat diese Sirenen nicht erfunden – sie hat sie nur sichtbar und vor allem hörbar gemacht. Ihr preisgekrönter Animationsfilm, ein Coming-of-Age-Musical, ist ein radikaler Blick auf Liebe, Körper, Biochemie und die gesellschaftlichen Erwartungen, die Frauen seit Generationen formen.