Wetterdienst

Agrimeteo: 2023 war das drittwärmste Jahr, das in Luxemburg bisher gemessen wurde

Der staatliche Wetterdienst Agrimeteo meldet zum Jahresende, dass das Jahr 2023 das drittwärmste Jahr war, das in Luxemburg bisher gemessen wurde. In allen Jahreszeiten außer dem Frühling hätten demnach die Durchschnittstemperaturen höher als üblich gelegen.

Symbolbild

Symbolbild Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Den ersten Platz der wärmsten Jahre bisher knackt 2023 zwar nicht, für die Bronzemedaille reicht es aber schon. Das Jahr, das in zwei Tagen endet, ist laut Agrimeteo das drittwärmste Jahr, das in Luxemburg seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1838 gemessen wurde. Das gab das Landwirtschaftsministerium am Freitagmorgen per Pressemitteilung bekannt. „Basierend auf den bis zum 27. Dezember analysierten Daten wies das Jahr eine Durchschnittstemperatur von 10,8 Grad Celsius auf und lag damit 0,9 Grad über dem Durchschnitt des Referenzzeitraums 1991 bis 2020“, heißt es darin. Der agrarmeteorologische Wetterdienst misst die Daten im Land mithilfe von 39 automatischen Wetterstationen aus den vier Regionen des Landes.

Alle Jahreszeiten, mit Ausnahme des Frühlings, wiesen laut diesen Aufzeichnungen höhere Durchschnittstemperaturen auf als üblich. Der Herbst war der bisher zweitwärmste, mit einem durchschnittlichen Temperaturüberschuss von bis zu 2,6 Grad in Luxemburg-Stadt. Nach einem trockenen Zeitraum von Mai bis Anfang Juli habe es von Oktober bis November besonders viel geregnet. „Der meteorologische Herbst verzeichnete Regenüberschüsse zwischen +65,2 mm (Luxemburg-Stadt) und +140 mm (Asselborn)“, so das Ministerium. „Über das Jahr gesehen lag die durchschnittliche Regenmenge (956,97 mm) 24 Prozent über der normalen Referenzmenge (769,84 mm).“

Zehn wärmste Jahre lagen alle zwischen 2003 und 2023

Vor einem Jahr wurde das Jahr 2022 zum wärmsten Jahr erklärt, das bislang von Agrimeteo gemessen wurde. „Laut Agrimeteo hat der vom Menschen verursachte Klimawandel die Temperaturen in Luxemburg zwischen 1861-1890 und 1991-2020 um 1,5 Grad erhöht, und die zehn wärmsten Jahre wurden alle in der Periode 2003-2023 verzeichnet“, berichtet das Landwirtschaftsministerium. 

Die extremen Schwankungen hätten zudem die Entwicklung bestimmter landwirtschaftlicher Kulturen im Laufe der Jahreszeiten beeinflusst. „Die lange Trockenperiode von Ende Mai bis Ende Juli verringerte die Erträge von Winterweizen, Triticale und Roggen“, heißt es in dem Schreiben. „Die Ernte begann sehr früh und während Wintergerste und Raps mit angemessenen Erträgen geerntet werden konnten, verzögerte der anhaltende Regen im August die Ernte von Brotgetreide, Weizen und Dinkel im Ösling.“

Das Sommergetreide sei im Jahr 2023 besonders benachteiligt gewesen. Die Maisernte war laut der Analyse dank der Sommerniederschläge jedoch von guter Qualität – die Kartoffeln lieferten wiederum durchschnittliche Erträge. „Wiesen und Weiden hatten ein besonders günstiges Jahr in Bezug auf Ertrag und Qualität, sodass die Viehhalter über ausreichende Futterreserven verfügten“, so das Ministerium. Die Hitze führte außerdem zu einem früheren Beginn der Weinlese. Der vorangegangene übermäßige Regen habe die Weinbauern dabei gezwungen, die saftigen und die schimmeligen Trauben auseinanderzusortieren, was die Erntemenge verringerte. Und: Wie in den vergangenen fünf Jahren habe es auch 2023 aufgrund der Wetterbedingungen keinen Eiswein gegeben.

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