Kunstecke
Abtei Neimënster vereint drei Ausstellungen unter einem Dach
Sommerzeit ist auch Ausstellungszeit. Das Kulturzentrum Abtei Neimënster ist eine derzeit geöffnete und generell offene Institution. Neben Events diverser Art werden dort auch recht unterschiedliche Ausstellungen präsentiert. Das ist in diesen Wochen wieder der Fall. Von Ergebnissen einer Künstlerresidenz über Echos aus den vier Jahreszeiten bis hin zu kritischen Karikaturen und Comics, alles aus Frauenhand, sind drei Expos noch bis Mitte oder Ende September zu sehen.
Eine künstlerische Aufarbeitung der fatalen Folgen des Kolonialismus: die ecuadorianische Künstlerin Isadora Romero Foto: Fernand Weides
Haben wir vor zwei Wochen über die Expo „Assembling Grounds. Praktiken der Koexistenz“ im ZKM Karlsruhe unter dem Titel „Kunst als Werkzeug des Wandels“ auch über fairen Umgang mit Samen-Gut berichtet, so offenbart sich die Expo „Humo Semilla Raiz“ („Fume, Root, Seed“) von Isadora Romero nicht nur als Ergebnis ihrer Recherchen anlässlich ihrer Künstlerresidenz in der Abtei Neimënster, sondern auch als eine künstlerische Aufarbeitung fataler Folgen des Kolonialismus u.a. für Menschlichkeit, Biodiversität und Klimaschutz. Anhand von Reisen in vier Länder und mit tiefem Blick in die Familiengeschichte legt die aus Ecuador stammende Romero dar, wie traditionelle Bewirtschaftung in den betroffenen Ländern entfremdet wurde, respektive zur Knechtung der Einheimischen, die schamlos ausgenutzt wurden, geführt hat. Lokale Produkte wurden darüber hinaus für Exporte in andere Weltregionen entfremdet. In Paraguay, Mexiko, Ecuador und Kolumbien hat die Künstlerin das Geschäft mit und den Missbrauch von wertvollem Samen oder Produkten, etwa die Kartoffel, mit Hilfe von dort ansässigen Zeugen und Betroffenen aufgedeckt.