Parlament

ADR nimmt xenophobe Beleidigungen bei der Polizei zu Anlass für Frage zu Luxemburgisch-Kenntnissen

Polizisten haben sich offenbar über einen Beamten herabsetzend geäußert, weil er Luxemburgisch mit französischem Akzent spricht. Der Fall hat inzwischen Konsequenzen bei der Polizei. Die rechtspopulistische Partei ADR nimmt ihn dennoch zum Anlass, den zuständigen Minister nach den Luxemburgisch-Kenntnissen bei der Polizei zu fragen. 

Beamten haben sich über einen Polizeikollegen wegen seines französischen Akzents lustig gemacht

Beamten haben sich über einen Polizeikollegen wegen seines französischen Akzents lustig gemacht Symbolfoto: Editpress/Julien Garroy

Polizisten in einem Luxemburger Polizeikommissariat machen fremdenfeindliche Aussagen gegenüber einem anderen Beamten – festgehalten in einem Video. Laut Informationen des Senders RTL ist die Person, über die Witze gemacht wird, ein Polizei-Praktikant, der die doppelte Staatsbürgerschaft besitzt und für die französische Polizei gearbeitet hat. Der Beamte würde im Luxemburgischen mit einem französischen Akzent reden. „D’Police hëlt och all Schäiss“, sei eine Aussage, die im Video zu hören sei.

Die rechtspopulistische Partei ADR nimmt das dennoch zum Anlass, eine parlamentarische Anfrage über die Sprachkenntnisse bei der Polizei zu stellen. Der ADR-Abgeordnete Fred Keup fragt Polizeiminister Léon Gloden (CSV), „ob die Rekruten alle die nötigen Sprachkenntnisse mitbringen“. Keup möchte auch wissen, welches Sprachniveau im Luxemburgischen für eine Polizeilaufbahn verlangt wird und wie diese Sprachkenntnisse geprüft werden. Zudem fragt er Polizeiminister Léon Gloden (CSV) nach einer Tabelle, die anzeigt, wie viele Luxemburgisch-Examen in den zwischen 2013 und 2023 bei der Polizei gemacht wurden – und wie viele nicht bestanden wurden. Keup möchte auch wissen, welche Konsequenzen es hat, falls ein potenzieller Rekrut die nötigen Luxemburgisch-Kenntnisse nicht erfüllt. 

Im „absoluten Gegensatz“ zu den Werten der Polizei

Die diskriminierenden Aussagen haben laut RTL auch schon zu Konsequenzen bei der Polizei geführt. Demnach sei unter anderem eine „andere Aufgabenverteilung“ im betroffenen Kommissariat vorgenommen worden. Polizei-Generaldirektor Pascal Peters erklärte, dass ein solches Verhalten „gar nicht geht“. Intern sei es Peters zufolge bereits zu Konsequenzen gekommen, strafrechtliche könnten noch hinzukommen. 

Das Pressebüro der Luxemburger Polizei hat laut RTL erklärt, dass die Vorkommnisse in dem geleakten Video im „absoluten Gegensatz“ zu den Werten der Polizei stehen und ein solches Verhalten nicht geduldet werde. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Generalinspektion der Polizei seien in Kenntnis der Videoaufnahme und würden zu dem Fall ermitteln, schreibt der Sender.

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