Literatur
50. Todestag des Dichterrebellen und Popliteraten Rolf Dieter Brinkmann
Rolf Dieter Brinkmann war ein Komet am Himmel der deutschen Literatur, aber auch ein Stern, der aufgrund seiner Intensität und seines frühen Todes früh verglühte. Doch sein Nachglühen hält bis heute an. Im Jahr seines 50. Todestags sind eine Biografie und zwei weitere Bücher erschienen.
Rolf Dieter Brinkmann Foto: ullstein Bild/B. Friedrich
Der Tod kann plötzlich kommen und besitzt bisweilen eine besondere Tragik. Dabei gibt es eine Reihe von ungewöhnlichen Todesarten unter Schriftstellern: Der US-Amerikaner Sherwood Anderson starb an einer Bauchfellentzündung, nachdem er einen Zahnstocher verschluckt hatte, sein Landsmann Tennessee Williams erstickte an der Verschlussklappe seiner Augentropfen, dessen österreichisch-ungarischer Dramatiker-Kollege Ödön von Horváth wurde auf den Champs Élysées von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Weniger skurril, aber nicht minder tragisch war 1987 der Tod des deutschen Autors Jörg Fausers, der nach seiner eigenen Geburtstagsparty auf der Autobahn überfahren wurde. Bereits 1975 wurde Rolf Dieter Brinkmann, als er in London die Straße überqueren wollte, von einem Auto erfasst und war auf der Stelle tot – kurz nach seinem 35. Geburtstag und ausgerechnet am „Shakespeare-Tag“, dem 23. April, unweit des Shakespeare Pub. Er habe nicht auf den englischen Linksverkehr geachtet, berichtete später sein Begleiter Jürgen Theobaldy.