Twing Raid, Tag VI
45 km in drei Stunden
Die LGE-Twingos sind immer noch im Rennen. Trotz Wüstensand und Holperpisten. Erfahrungsbericht, Teil 5.
Die Luxemburger schlagen sich gut, aber nicht jeder Twingo kommt mit Sand und Buckelpisten klar Foto: Christian Schaack
Nach einem korrekten Dinner und einer kühlen Nacht auf Freitag konnten sich unsere Organismen ein wenig erholen. Überhaupt haben die Organisatoren unter der Leitung von Geoffrey Decoupigny ein wundervolles Camp bei Aït Ayach in die Wüste gezaubert. Hier gibt es Duschen mit warmem Wasser, Waschbecken und Klos mit fließendem Wasser, 800 Teppiche, die den Sandboden bedecken, kurz: eine Oase des Wohlfühlens.
In einem kurzen Interview für den Uelzechtkanal sagte Decoupigny, dass er fürs nächste Jahr das Teilnehmerfeld auf 1.000 Teilnehmer bzw. 500 Teams hochschrauben möchte. Für dieses Jahr hat er bereits alles verdoppelt: Duschen, Toiletten, Zelte … und es funktioniert tatsächlich. Doch die vier Nörgler aus dem „Lycée de garçons“ geben zu bedenken, dass die bereits beachtlichen Wartezeiten noch ansteigen werden und die Blechkarawane ins Unüberschaubare wuchern wird.
Nach dem Frühstück stand am Freitag eine 351-km-Etappe nach Erg Chebbi auf dem Menü. Besonders knackig war eine Rundstrecke von 45 km, für Letztere waren sage und schreibe drei Stunden vorgesehen. Und diese Spezialetappe hielt, was sie versprach. Wellblechpassagen, Unmengen Steine, Löcher, felsiger Untergrund, alles, was das Herz begehrt! Doch unser armer fliegender Teppich wurde ordentlich durchgeklopft. Das Ganze ähnelte einem Trickfilm: Es quietschte, krachte, polterte, grunzte, fauchte – ganz frei nach dem Motto: „Es rabbbelt in deiner Kiste“. Doch der Twingofrosch blieb stoisch standhaft. Alain steuerte uns meisterhaft durch die Dellen und Sandseen. Am hinterlistigsten ist der Sand. Da unser Auto seriennah daherkommt, liegt es recht tief. Bei tiefem Sand ist Steckenbleiben angesagt. Dagegen hilft nur ausreichend Geschwindigkeit. So geschehen: mit der Autoschnauze voll rein in eine Wand aus Wüstengold, Sandmauer durchbrochen mitsamt Staubkolonne. Resultat: Spaß pur. Als Krönung des Tages blieb der Berberteppich bis auf ein paar Kratzer schadlos.
Am Samstag wird das Ganze sich steigern: achteinhalb Stunden für 130 km, das kann etwas werden! Mehr über Land und Rallye in der nächsten Ausgabe.