Großbritannien
Zwei Wochen nach dem neuerlichen Regierungswechsel liegen sich die Torys schon wieder in den Haaren
Zum dritten Mal musste sich Rishi Sunak am Mittwoch im Unterhaus der Fragestunde des Premierministers stellen, und zum dritten Mal ging es um die Personalentscheidungen des erst seit gut zwei Wochen amtierenden britischen Regierungschefs. „Schlechtes Urteilsvermögen und fehlende Führungsstärke“ attestierte die Labour-Opposition dem 42-Jährigen, nachdem ein Minister wegen schwerer Mobbing-Vorwürfe zurücktreten musste.
Premierminister Rishi Sunak musste sich gestern im Unterhaus zu Personalentscheidungen erklären Foto:Handout/PRU/AFP
Er wolle sich darauf konzentrieren, die Vorwürfe zu entkräften, gab Gavin Williamson zur Begründung an. Das dürfte nicht ganz leicht werden. Denn die Beweise für das fragwürdige Verhalten des 46-Jährigen liegen entweder schriftlich auf dem Tisch oder werden durch unabhängige Zeugen bestätigt. Wie problematisch die Angelegenheit für Sunak ist, verdeutlichte seine Reaktion auf den Rücktritt. Hatte der Premier sich am Dienstagabend noch „sehr traurig“ gezeigt, teilte er tags darauf dem Unterhaus mit, er „bedauere natürlich“ seine Entscheidung, den notorischen Strippenzieher in die Regierung zurückgeholt zu haben. Hingegen hält der Premier an Innenministerin Suella Braverman fest, obwohl diese alle Sicherheitsvorschriften ihres delikaten Amtes außer Acht gelassen hatte und deshalb von Sunaks Vorgängerin Liz Truss entlassen worden war.