Belarus

Zunehmender Druck Lukaschenkos auf die polnische Minderheit

Rund ein Dutzend Mal wurde sie schon vom weißrussischen Geheimdienst KGB verhört, etliche Male saß sie bereits im Gefängnis. Andzelika Borys ist die Verfolgung durch das Regime des Autokraten Alexander Lukaschenko gewohnt. Doch dass ihr ausgerechnet ein Jahrmarkt auf dem Gelände des polnischen Konsulats von Grodno zum Verhängnis werden sollte, überraschte die mutige Kämpferin für Minderheitenrechte dann doch.

Polnische Senatoren nahmen gestern an einer Demonstration zur Unterstützung der belarussischen Opposition gegen Polizeibrutalität und die Ergebnisse der belarussischen Präsidentschaftswahlen im polnischen Parlamentsgebäude teil

Polnische Senatoren nahmen gestern an einer Demonstration zur Unterstützung der belarussischen Opposition gegen Polizeibrutalität und die Ergebnisse der belarussischen Präsidentschaftswahlen im polnischen Parlamentsgebäude teil Foto: Radek Pietruszka/PAP/dpa

Am späten Dienstagabend war die Polizei mit einem Hausdurchsuchungsbefehl an der Wohnungstür der Vorsitzenden des Bundes der Polnischen Minderheit (ZPB) in Belarus aufgetaucht und hatte sie kurzerhand abgeführt. In der Folge wurde Borys ein Anwalt verweigert, der polnische Konsul konnte sie erst am Tag danach besuchen. Ein Schnellgericht verurteilte Borys nach am Mittwoch zu 15 Tagen Haft wegen der angeblichen Organisation einer illegalen Massenveranstaltung, womit der Bastel-Markt der polnischen Minderheit in der Stadt Grodno im Westen des Landes gemeint ist, eine völlig unpolitische Liebhaberveranstaltung ohne viel Publikum.

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