Tschechien

Linke und Rechte laufen Sturm gegen Sudetendeutschen Tag an Pfingsten

Ein historisches Vertriebenentreffen in Brünn (Brno) sorgt im Vorfeld für Wirbel: Tschechische Rechts- und Linkspopulisten laufen vereint Sturm gegen die als Versöhnungsinitiative gedachte Veranstaltung.

Sudetendeutsche protestieren in Brno, Tschechien, Symbol für ungelöste Konflikte und historische Spannungen

Die Sudetendeutschen sind im tschechischen Brno offenbar nicht willkommen Foto: Sálek Václav/CTK/dpa

Für Bernd Posselt geht ein Lebenstraum in Erfüllung. Immer wieder hatte der Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) und ehemalige CSU-Europaabgeordnete in der Vergangenheit die Hoffnung geäußert, den alljährlichen Sudetendeutschen Tag nicht in Augsburg oder Nürnberg zu feiern, sondern einmal in der alten Heimat, aus der nach dem Zweiten Weltkrieg drei Millionen Altösterreicher vertrieben und in der Zehntausende beim tschechischen Rachefeldzug ermordet worden waren.

Zu Pfingsten wird es so weit sein: Im Rahmen des Festivals „Meeting Brno“ werden Tausende Sudetendeutsche aus Deutschland und Österreich in der südmährischen Metropole erwartet. Geplant sind unter anderem eine „Wallfahrt der Versöhnung“ sowie eine Gedenkfeier im Kaunitz-Studentenheim, wo während der Nazi-Herrschaft in der regionalen Gestapo-Zentrale Deutsche Hunderte Tschechen und nach dem Krieg Tschechen Hunderte Deutsche umgebracht hatten.

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