Österreich

Wofür Kanzler Nehammers umstrittener Besuch bei Putin gut gewesen sein könnte

Österreichs Bundeskanzler erntet für seinen Blitzbesuch bei Wladimir Putin überwiegend negative Kommentare. Dennoch könnte Karl Nehammer auch beim Kremlchef etwas bewirkt haben.

Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer in der österreichischen Botschaft in Moskau vor einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin

Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer in der österreichischen Botschaft in Moskau vor einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin Foto: BKA/APA/dpa/Dragan Tatic

Er wird es natürlich energisch bestreiten, aber Nehammers die meisten EU-Regierungen wie auch den grünen Koalitionspartner überraschender Montagsausflug hatte auch eine innenpolitische Dimension. Der große Befreiungsschlag nach dem unrühmlichen Abgang von Sebastian Kurz ist seinem Nachfolger an der ÖVP- und Regierungsspitze bisher nicht gelungen. Im Parlament fördert ein Untersuchungsausschuss konsequent geleugnete Korruptionsprobleme der in Umfragen wieder hinter die SPÖ zurückgefallenen Kanzlerpartei zutage. Seit Anfang April sorgt zudem ein von betrunkenen Leibwächtern verursachter Verkehrsunfall für böses Blut. Der zunächst als rein außerdienstliche Verfehlung dargestellte Zwischenfall hatte eine pikante Ursache: Vor dem Unfall hatten die Bodyguards in der Wohnung des Kanzlers mit dessen Gattin Katharina feuchtfröhlich gefeiert.

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