Italien

Wo Mafiosi Richter bedienen: Ein skurriler Fall unterstreicht die Unterwanderung durch Clans

Tag für Tag tranken Richter, Staatsanwälte, Polizeibeamte und Justizangestellte ihren Espresso in der Bar des Justizpalastes von Potenza. Nicht ahnend, dass sie von Mitgliedern eines ’Ndrangheta-Clans bedient wurden. Nun müssen sich die Ermittler mit den Vorgängen im eigenen Haus befassen.

In großen Metropolen wie Rom, Mailand oder Neapel soll jedes fünfte Restaurant im Besitz der Clans sein

In großen Metropolen wie Rom, Mailand oder Neapel soll jedes fünfte Restaurant im Besitz der Clans sein Foto: Bloomberg/Alessia Pierdomenico

Es war eher ein Zufallsergebnis, dass die Ermittler auf die Spur des Clantreibens im eigenen Hause stießen. 17 Fälle sind bei der Polizei und den Justizbehörden in Potenza anhängig, um Aufklärung über das Clantreiben in der Region zu schaffen. Koordiniert werden die Ermittlungen unter dem Codenamen „Iceberg“ von der regionalen Anti-Mafia-Direktion (DDA). Vor allem gegen zwei Clans der ’Ndrangheta aus Pignola (Potenza) sind die Sicherheitsbehörden bislang vorgegangen. Sowohl Vermögen als auch Betriebe wurden sequestriert, darunter eben auch die Bar im Justizpalast, die von einem der beiden Clans betrieben wurde.

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