Standpunkt
Wird Trump von dem gescheiterten Anschlag profitieren?
Kann ein Attentat die Wahlchancen eines Kandidaten verbessern? Die Erfahrung Taiwans legt die Möglichkeit nahe. Bei der Präsidentschaftswahl 2004 in Taiwan zeigten Umfragen, dass der damalige Präsident Chen Shui-bian hinter seinem Gegner, dem Kandidaten der Nationalistischen Partei (Kuomintang), Lien Chan, zurücklag. Doch das änderte sich abrupt am Tag vor der Wahl, als Chen und Vizepräsidentin Annette Lu bei einer Wahlkampfveranstaltung angeschossen wurden.
Donald Trump: „Kugelsicher“ zur Präsidentenkür? Foto: Wayne Parry/AP
Von den beiden abgegebenen Schüssen streifte einer Chens Bauch, während der andere einen Gipsverband an Lus Knie traf. Diese relativ geringen Verletzungen führten zu weit verbreiteten Spekulationen, dass der Anschlag inszeniert worden sei, um Sympathien für Chen zu wecken, was dieser vehement bestritt.