Russland

Wie der Kreml seine IT-Spezialisten im Land behalten will

Die Sanktionen des Westens treffen die russische Hochtechnologiebranche hart. Junge IT-Spezialisten verlassen in Scharen das Land. Der Kreml will sie halten.

Marat Gratschew, Leiter eines Geschäfts, das Apple-Geräte repariert, steht vor einem Schild in russischer Sprache mit der Aufschrift „Nein zum Krieg“. Er wurde denunziert und im Rahmen einer offiziellen Niederschlagung der Proteste wegen Verunglimpfung des Militärs angeklagt. 

Marat Gratschew, Leiter eines Geschäfts, das Apple-Geräte repariert, steht vor einem Schild in russischer Sprache mit der Aufschrift „Nein zum Krieg“. Er wurde denunziert und im Rahmen einer offiziellen Niederschlagung der Proteste wegen Verunglimpfung des Militärs angeklagt.  Anna Matveeva/Anna Matveeva/AP/dpa

Seine Augen schauen nervös, er gestikuliert wild, wirkt unruhig. „Jungs“, sagt der russische Ministerpräsident Michail Mischustin vor dem russischen Parlament. Der 56-Jährige, der sonst wie ein unbeweglicher Stein dasitzt, klingt geradezu flehentlich. „Entwickler, Programmierer, IT-Spezialisten, lasst uns ein eigenes Ökosystem schaffen. Wir haben alles dafür da, wir müssen uns nur anstrengen.“ Das „Ökosystem“, von dem Mischustin bei seinem Rechenschaftsbericht spricht, sind eigene Internet-Plattformen, eigene Apps, eigene Entwicklungen im IT-Bereich. „Habt keine Angst, es wird alles gut werden, ihr werdet in Ruhe im eigenen Land arbeiten können, gut verdienen können, bequem hier leben können“, sagt er. Viele russische IT-Spezialisten glauben den Worten ihres Staates allerdings längst nicht mehr – und verlassen in Scharen ihr Land, seit Russland seine „militärische Spezialoperation“ in der Ukraine gestartet hat, wie Moskau den Krieg in seinem Nachbarland offiziell nennt.

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