Analyse
Wie Putin die NATO stark und attraktiv macht
Das transatlantische Bündnis hat im vergangenen Jahr beschlossen, sich ein neues strategisches Konzept zu geben. Ende Juni soll es fertig sein. Die Richtung der NATO beeinflusst in dieser Phase keiner so stark wie der russische Präsident – mit seinem waghalsigen Ukraine-Manöver.
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg (M.) und Rumäniens Präsident Klaus Johannis (r.) besuchten gestern die rumänische Militärbasis Mihail Kogalniceanu, wo neue US-Truppen angekommen sind Foto: AFP/Andrei Pungovschi
Wladimir Wladimirowitsch Putin hat es geschafft: Die Verteidigungskraft der europäischen NATO-Staaten steht nur noch auf dem Papier, die Militärausgaben sind auf weniger als die Hälfte zusammengestrichen, allein die deutsche Bundeswehr hat neun von zehn ihrer Kampfpanzer verschrottet oder verkauft. In einem neuen strategischen Konzept blendet die NATO die Möglichkeit von Gewalt in Europa vollkommen aus. So jedenfalls erlebte Putin die Nordatlantik-Allianz, nachdem er im Jahr 2000 erstmals Russlands Präsident geworden war. Seinerzeit ging der deutsche Verteidigungsminister Volker Rühe davon aus, dass die NATO-Mitgliedschaft Russlands nur noch eine Frage der Zeit sei.