Zu Besuch in den USA
Wie Chinas Staatschef beim Gipfel mit Trump punkten will
Chinas Präsident Xi Jinping bietet Donald Trump die große Bühne als Weltenlenker. In Wirklichkeit verfolgt er eine knallharte Interessenpolitik.
Dem US-Präsidenten Donald Trump wird es beim Besuch des chinesischen Machthabers Xi Jinping vor allem um das Spektakel gehen Foto: Kent Nishimura/Peter Kovalev/various sources/AFP
Das zitronensaure Lächeln ist sein Markenzeichen. Wo immer Chinas Staatschef Xi Jinping auftaucht, begrüßt er die Besucher mit zusammengekniffenen Augen. Was hinter Xis Stirn vorgeht, bleibt dem Betrachter verschlossen. Völlig anders ist das bei US-Präsident Donald Trump, der für den Besuch seines chinesischen Gastes in Washington das ganz große Protokoll auffährt. An diesem Donnerstag gibt es einen Empfang mit militärischen Ehren am Weißen Haus, ein Gespräch der beiden Präsidenten und am Abend ein Staatsbankett im Beisein von Tech-Konzernchefs wie Elon Musk und dem OpenAI-Geschäftsführer Sam Altman. Am Freitag empfangen Trump und seine Frau Melania die Besucher zum Tee, zum Abschluss steht ein gemeinsamer Besuch im Nationalarchiv in Washington auf dem Programm. Trump scheine sich stärker für die Inszenierung zu interessieren als für den Inhalt der Gespräche, sagt der frühere US-Vizeaußenminister Kurt Campbell, heute Vorsitzender der Beratungsfirma The Asia Group. „Dies ist weniger ein Gipfel als ein Spektakel“, so Campbell.
Chinas Staatschef weiß, wie sehr Trump nach glamourösen Bildern lechzt. Vor allem vor den Zwischenwahlen zum Kongress sucht der Amerikaner die Bühne, um den Weltenlenker zu geben. Xi spielt das Spiel mit. An einer Konfrontation mit den USA hat er kein Interesse. Chinas Wirtschaft ist nicht mehr die Wachstumslokomotive wie in der Vergangenheit. Der Binnenmarkt schwächelt, die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch. Die Volksrepublik braucht den amerikanischen Absatzmarkt und den Zugang zu Spitzen-IT. Gleichzeitig betont Xi, er wolle die „strategische Stabilität“ mit Washington verbessern. Hinter der Rhetorik pragmatischer Annäherung steckt ein gestiegenes Selbstbewusstsein. Die Volksrepublik betrachtet sich auf Augenhöhe mit den USA. Folgende Themen stehen bei dem Gipfel im Vordergrund: