Abgeschossener US-Kampfjet

Was über die Rettungsaktion im Iran bekannt ist

Das US-Militär rettet in einer riskanten Mission einen vermissten Offizier aus feindlichem Gebiet.

F-15E Strike Eagle der US-Luftwaffe fliegt über die Farnborough International Airshow im klaren Himmel

Ein F-15E Strike Eagle-Flugzeug der US-Luftwaffe fliegt über der Farnborough International Airshow vorbei Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa

Nach der Rettung der Besatzung eines über dem Iran abgeschossenen US-Kampfjets durch Spezialkräfte lobt US-Präsident Donald Trump das US-Militär in den höchsten Tönen. Teheran dagegen bezeichnet den US-Einsatz als „vollständig vereitelt“. In Onlinediensten waren nach dem Abschuss des Flugzeugs am Freitag zahlreiche irreführende oder falsche Bilder zu finden. Was über die Rettungsaktion bekannt ist:

Was ist zum Abschuss des US-Kampfflugzeugs bekannt?

Der Kampfjet vom Typ F-15E wurde am Freitag über dem Iran abgeschossen. Der Pilot wurde laut Trump kurz darauf von US-Spezialeinheiten in der Provinz Kohgilujeh und Bojer-Ahmad im Südwesten des Iran gerettet. Bei der Suche nach dem zweiten Crewmitglied lieferten sich der Iran und die USA einen dramatischen Wettlauf.

In der Nacht zum Sonntag konnte auch das zweite Besatzungsmitglied von US-Spezialkräften lebend geborgen werden. Trump schrieb in seinem Onlinedienst Truth Social, der Gerettete sei „schwer verwundet und wirklich mutig“. Den US-Militäreinsatz bezeichnete er als „eine der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen in der Geschichte der Vereinigten Staaten“.

Wer ist der zweite Gerettete?

Über die Identität des im Fokus stehenden zweiten US-Kampfjet-Insassen war zunächst wenig bekannt. Er war der Waffensystemoffizier, der hinter dem Piloten saß. US-Medienberichten zufolge rettetet er sich mit dem Schleudersitz. Laut dem US-Nachrichtenportal Axios rief er über Funk „Gott ist gut“ - offenbar Ausdruck seines religiösen Glaubens.

Der Luftwaffensoldat wurde offenbar verletzt, konnte jedoch laufen. US-Piloten absolvieren eine Ausbildung für den Fall, dass sie in feindlichem Gebiet landen müssen. An ihrem Körper tragen sie unter anderem einen verschlüsselten Peilsender. US-Medienberichten zufolge erklomm der Soldat einen 2100 Meter hohen Bergrücken, bevor er sich versteckte.

Wie lief die Rettung ab?

Die Rettungsaktion begann laut Trump in der Nacht zum Sonntag. Der US-Geheimdienst CIA spielte bei der Ortung und Rettung offenbar eine wichtige Rolle: Er habe eine „Täuschungskampagne“ gestartet, um die iranischen Behörden davon zu überzeugen, der Mann sei bereits entdeckt worden, berichteten die „New York Times“ und die „Financial Times“.

Laut Trump waren bei der Rettung „Dutzende von Flugzeugen“ im Einsatz, außerdem laut US-Medien Hunderte Spezialkräfte. Darunter sollen auch Angehörige der legendären Elite-Einheit Navy Seal Team 6 gewesen sein.

Medienberichten zufolge wurde der US-Soldat gerettet, als iranische Sicherheitskräfte sich auf ihn zubewegten. US-Kräfte hätten das Feuer eröffnet, um sie auf Distanz zu halten. Der US-Sender CBS News meldete, der gerettete Waffensystemoffizier sei nach Kuwait gebracht worden.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Montag, Trump habe „seine Wertschätzung für die Hilfe Israels“ zum Ausdruck gebracht. Nähere Angaben machte er allerdings nicht.

Was sagt Teheran?

Die iranische Armee erklärte, der US-Einsatz sei „vollständig vereitelt“ worden. Allerdings hat das Militär bislang keine umfassenden Angaben zum Geschehen vorgelegt. Am Sonntagabend veröffentlichte die Nachrichtenagentur Isna ein von den Revolutionsgarden verbreitetes Foto, das angeblich den „Schädel eines US-Soldaten inmitten der Trümmer eines zerstörten Flugzeugs“ zeigt.

Ein Sprecher der iranischen Streitkräfte sagte staatlichen Medien, US-Soldaten hätten einen verlassenen Flughafen in der Provinz Isfahan genutzt. Iranische Staatsmedien zeigten Bilder von verkohlten Flugzeugtrümmern in einem kargen Gebiet. Nach Angaben von Behördenvertretern wurden zwei C-130-Militärtransportflugzeuge und zwei Black-Hawk-Hubschrauber zerstört.

Das „Wall Street Journal“ und andere US-Medien berichteten, US-Kräfte hätten zwei blockierte C-130-Flugzeuge in die Luft gejagt, um zu verhindern, dass sie in iranische Hände fallen. Andere Flugzeuge hätten die Rettungsteams in Sicherheit gebracht.

Der Gouverneur der Provinz Kohgilujeh und Bojer-Ahmad, Iradsch Kasemidschu, sagte der Nachrichtenagentur Mehr, in der Bergregion Kuh-e Siah seien fünf Menschen getötet worden. Er bestritt jedoch, dass dort US-Soldaten gelandet seien.

Teheran warf Washington vor, die Militäraktion möglicherweise als Vorwand genutzt zu haben, um Uran aus dem Iran „zu stehlen“. „Die Möglichkeit, dass es sich um einen Täuschungseinsatz handelte, um angereichertes Uran zu stehlen, sollte keineswegs außer Acht gelassen werden“, erklärte Außenamtssprecher Esmail Bakaei am Montag.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren