Russland
Warum ein Auflehnen der Oligarchen gegen Putin Wunschdenken bleibt
Vorbei mit den Yachten, den Reisen, den Geldflüssen. Die Sanktionen des Westens nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine treffen auch die Milliardäre in Russland. In einem System des verstaatlichten Oligarchentums ist ein Auflehnen gegen einen unberechenbaren Präsidenten aber ein Wunschdenken.
Am 24. Februar, dem Tag seines Angriffs, hatte Wladimir Putin 37 Unternehmer zu seich bestellt, um sie so in seinen Bann zu holen – den Bann der Verantwortung für diesen Krieg Foto: AFP/Alexej Nikolsky
Es war eine illustre Runde, die der russische Präsident Wladimir Putin am Abend des Tages zu sich in den Kreml geladen hatte, an dem er in den Morgenstunden der Ukraine den Krieg erklärt hatte. Er nannte das freilich nicht Krieg. Für die russische Führung läuft der Angriff auf ihr Nachbarland unter dem beschönigenden Begriff „militärische Spezialoperation“, eine gewissermaßen sterile und unblutige Angelegenheit, auch wenn das russische Verteidigungsministerium in diesen Tagen seit Beginn der Kämpfe die Zahl der getöteten und verletzten Soldaten zum ersten Mal bekannt gab.