Serbien
Wahlkampf ohne Wahltermin: Präsident Vucic fürchtet den Machtverlust
Seit Monaten übt sich Serbiens autoritär gestrickter Präsident Aleksandar Vucic im Dauerwahlkampf. Doch trotz endloser Ankündigungen lässt die Ausschreibung der von ihm gelobten Parlamentswahl noch immer auf sich warten. Es ist nicht nur die Angst vor dem Machtverlust, die ihn zögern lässt.
Seine Partei liegt in den Umfragen nicht mehr vorn: Präsident Aleksandar Vucic kann sich nicht auf einen Wahltermin festlegen Foto: AFP
Probleme kommen auch auf dem Balkan nie allein. „Erst quälen uns die Waldbrände und jetzt auch noch die mediale Überflutung mit dem Präsidenten und seinen Satelliten“, ätzt Slobodan Cvejic, der Vize-Chef der serbischen Oppositionspartei SRCE: Staatschef Aleksandar Vucic „usurpiere“ mit seiner „irregulären Wahlkampagne“ den öffentlichen Medienraum, der allen Bürgern „und auch anderen politischen Akteuren“ zufalle.
Tatsächlich läuft der autoritär gestrickte Dauerwahlkämpfer Vucic seit Wochen zur Hochform auf. Allein in den ersten 18 Augusttagen habe der Präsident 64 Auftritte in den regierungsnahen TV-Stationen gehabt, spöttelt die auf Medienbeobachtung spezialisierte Bürgerrechtsorganisation CRTA: Vucic habe damit selbst seinen bisherigen Rekord vom März 2025 eingestellt.