Europaweite Beschwerde

Verbraucherschützer werfen Meta, TikTok und Google unzureichende Maßnahmen gegen Finanzbetrug vor

Meta, TikTok und Google stehen wegen mutmaßlich betrügerischer Finanzwerbung auf ihren Plattformen unter Druck. Europäische Verbraucherverbände, darunter der Luxemburger Konsumentenschutz (ULC), haben Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht und werfen den Konzernen unzureichende Maßnahmen gegen Betrugsanzeigen vor.

Meta, TikTok und Google Logos mit Hinweis auf unzureichende Maßnahmen gegen Finanzbetrug und Betrugsbekämpfung

Meta, TikTok und Google werden unzureichende Maßnahmen gegen Finanzbetrug vorgeworfen Foto: Jens Büttner/dpa

Der Luxemburger Konsumentenschutz (ULC) unterstützt gemeinsam mit Verbraucherverbänden aus ganz Europa sowie ihrer Dachorganisation BEUC eine Beschwerde gegen die Plattformen Meta, TikTok und Google. Das teilt die ULC in einer Pressemitteilung am Donnerstag mit. Die Organisationen werfen den Unternehmen vor, die erforderlichen Maßnahmen gegen betrügerische Finanzwerbung auf ihren Plattformen nicht ergriffen zu haben und damit gegen das europäische Gesetz über digitale Dienste (DAS) zu verstoßen. Kritisiert werden unter anderem Anzeigen für angeblich risikofreie Geldanlagen, unrealistisch hohe Renditen oder dubiose Finanz-Coachings. Die Beschwerden wurden am 20. und 21. Mai bei der Europäischen Kommission sowie den zuständigen nationalen Behörden eingereicht.

Auslöser ist eine gemeinsame Untersuchung der BEUC und mehrerer Verbraucherverbände aus 13 europäischen Ländern. Zwischen Dezember 2025 und März 2026 meldeten sie den Plattformen fast 900 Werbeanzeigen, die mutmaßlich gegen europäische Rechtsvorschriften verstoßen. Wie in der Mitteilung weiter hervorgeht, entfernten die Unternehmen jedoch „lediglich“ 27 Prozent der gemeldeten Anzeigen. Mehr als die Hälfte der Meldungen seien abgelehnt oder gar nicht bearbeitet worden.

Hunderte mutmaßlich betrügerische Anzeigen weiterhin online

Laut Einschätzung der Verbraucherschützer bleiben damit weiterhin Hunderte potenziell betrügerische Finanzanzeigen online. Diese würden monatlich mehr als 200 Millionen europäische Nutzer erreichen und das Risiko weiterer finanzieller Verluste und anderer Schäden mit sich bringen.

Die ULC war zwar nicht direkt an der Untersuchung beteiligt, unterstützt die Ergebnisse aber ausdrücklich. Die Organisation verweist darauf, bei eigenen Recherchen ebenfalls Defizite bei der Bekämpfung problematischer Werbung festgestellt zu haben.

Mit dieser Beschwerde fordern die Verbraucherverbände die Europäische Kommission sowie die nationalen Koordinatoren für digitale Dienste (DSC) auf, die von Meta, TikTok und Google ergriffenen Maßnahmen genauer zu prüfen und die Unternehmen zur Einhaltung des DAS zu verpflichten. In Luxemburg ist hierfür die Wettbewerbsbehörde zuständig. Sollte die Nichteinhaltung weitergeführt werden, verlangen die Organisationen Sanktionen bis hin zu Geldbußen. (DJ)

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